Energiespeicher: Zwischenlager für Ökostrom

Energiespeicher
Zwischenlager für Ökostrom

Windräder haben einen Haken: Bei Flaute stehen sie still, und in stürmischen Zeiten liefern sie mitunter so viel Energie, dass sie die Stabilität der Netze gefährden. Energiespeicher könnten dieses Dilemma lösen. Wie die neuen Speichertechniken die Schwankungen bei der Energieerzeugung ausgleichen sollen.
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DÜSSELDORF. Die Idee klingt einfach und lukrativ: Ist Energie günstig und im Überfluss zu haben, lädt sie beispielsweise Batterien auf. Bei Flaute ruft man diese Energie dann wieder ab und verkauft sie gewinnbringend. Die Preise an der Leipziger Strombörse schwanken schon heute erheblich. Bis zu zwei Euro kostete dort zeitweise eine Kilowattstunde Strom – weit mehr als der sonst übliche Preis von sechs bis zehn Cent. Experten sind sicher: Wächst der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix, nehmen solche Preisschwankungen tendenziell zu.

Noch allerdings ist die Speichertechnik kostspielig und nicht reif für einen profitablen Einsatz. „Da ist es wirtschaftlich sinnvoller, die Kraftwerksleistung zurückzufahren, wenn die Windanlagen bei Starkwind sehr viel Strom in die Netze drücken“, sagt Ulrich Wagner, Professor für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik an der TU München. „Doch die Speicher rechnen sich spätestens in 20 Jahren.“

Dirk Uwe Sauer, Professor für elektrochemische Energiewandlung an der RWTH Aachen, mahnt: „Wenn wir die Speichertechnologien 2020 brauchen, müssen wir schon heute anfangen, sie großzuziehen.“ Grundsätzlich seien genügend entsprechende Technologien vorhanden. „Sie müssen aber noch marktfähig gemacht werden“, sagt Sauer.

Vier konkurrierende Speichertechnologien zur Netzstabilisierung bieten sich grundsätzlich an: Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicher, Wasserstoffgroßspeicher und Megabatterien. Alle haben jedoch Vor- und Nachteile.

Als am wirtschaftlichsten gelten derzeit Pumpspeicher: Bei überschüssigem Strom im Netz pumpen Kraftwerke Wasser von einem Auffangbecken in einen höher gelegenen Speichersee. Wird Strom gebraucht, fließt das Wasser wieder hinunter und treibt eine Turbine an, deren Wirkungsgrad bei 65 bis 80 Prozent liegt. Die Technik ist zwar günstig und ausgereift. Doch es gibt kaum neue Standorte in Europa. Laut Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) würden die heute in ganz Deutschland vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichen, um allein die in Ostdeutschland auftretenden Windflauten auszugleichen. Bereits hierfür sei mindestens die 20-fache Speicherkapazität nötig. Und so muss die Branche an neuen Lösungen arbeiten.

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