Energiewende
Bahntrassen nur bedingt für Stromtransport geeignet

Wie kann der Ökostrom vom Norden in den Süden gelangen? Expertengremien bereitet diese Frage seit Jahren Kopfzerbrechen. Eigentlich sollten die Netze der Bahn den Durchbruch bringen - doch es gibt praktische Hürden.
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BerlinBeim Bau großer Stromautobahnen können bestehende Trassen der Deutschen Bahn einem Medienbericht zufolge nur zum Teil genutzt werden. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf ein Gutachten im Auftrag der Bundesnetzagentur. Es gebe deutliche Einschränkungen bei der Nutzung von Bahntrassen. Hierauf hatten auch die Netzbetreiber jüngst bei der Vorstellung des Ausbauplans hingewiesen, der 3800 Kilometer an neuen Stromautobahnen bis 2022 vorsieht, um Windstrom vom Norden in den Süden zu bekommen. Eine Einbeziehung der Bahntrassen könnte aber den Flächenbedarf stark reduzieren, zudem könnte so der Bürgerprotest kleiner ausfallen.

Der Aufwand, die Bahnstromtrassen in den Netzausbau einzubeziehen, wäre groß, heißt es dem Gutachten zufolge. Das rund 7750 Kilometer lange Stromnetz der Deutschen Bahn wird mit 16,7 Hertz betrieben, einem Drittel der üblichen Frequenz. Damit ist es für die herkömmliche Stromdurchleitung eigentlich ungeeignet, aber Trassen könnten zu einer parallelen Aufrüstung mit Hoch- oder Höchstspannungsleitungen für den Ökostromtransport genutzt werden.

Das Bahnstromnetz ist vor allem ein Verteiler- und Ausgleichsnetz, es stellt die Verbindung einer Vielzahl von Erzeugerstandorten mit den Unterwerken an den Strecken her. Eine großräumige Übertragung massiver Strommengen findet daher bislang so gut wie nicht statt. Die Gutachter kommen daher zu dem Ergebnis, dass eine Parallelführung von Bahn- und Hochspannungsleitungen in erster Linie auf kürzeren Strecken bis etwa 50 Kilometer machbar sei.

Eine ebenfalls mögliche Alternative sei eine Verlegung von Erdkabeln im Trassenraum der Bahn. Das sei aber sehr teuer. Sie schlagen daher mit Blick auf wirtschaftliche Gesichtspunkte Freileitungen von Bahn- und öffentlichem Strom auf gemeinsamen Masten vor. Dafür seien aber „innovative Mastsysteme“ notwendig.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Energiewende: Bahntrassen nur bedingt für Stromtransport geeignet"

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  • @alanka
    Mag sein, dass die, die Sie als WIR bezeichnen dies nutzen und es eben aus dieser Sicht ausgereizt ist.
    Tatsache ist, dass die Nachfrage nach Sparmotoren kaum wächst. Energie scheint immer noch zu billig zu sein, geht es doch um Berechnungen, die jeder BWL-Student im ersten Semester mit Leichtigkeit bewältigt.
    Machen Sie sich mal die Mühe und recherchieren Sie mal nach Rasenmäher mit Permanent-Magnet-Motoren (Energieeinsparung ca. 40 – 50 %). Meines Wissens werden Sie genau einen Hersteller finden. Das wird Ihnen in anderen Bereichen wenig besserer gehen.

  • @ Denkmal
    Ihre genannten Effizienzmaßnahmen betreiben wir seit vielen Jahren. Sie sind im Wesentlichen ausgereizt. Weniger ausgereizt scheint die stete Wiederholung und das ewige Nachgeplapper dieser Argumente für eine 'Energiewende' zu sein.

  • Beispiele aus der Anwendung in der Gegenwart verfügbarer Technik nach einfachen Wirtschaftlichkeitsberechnungen:
    Die Spannungsreduzierung von 230 Volt auf 210 Volt führt bei Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren bei Tiefgaragen, Großmärkten, Einzelhandel, Lagerhallen etc. bis zu 25% Energieeinsparung. Dadurch wird die Beleuchtung messbar etwas dunkler, was aber das menschliche Auge kaum wahrnimmt. Amortisationszeit 1,5 Jahre.

    Die Nachrüstung von neuen Drehzahlreglern an den Pumpen einer Kläranlage drosselten den Stromverbrauch um 120.000 Kwh im Jahre. Armortisationszeit 6 Monate.

    Wahr früher noch die Wattzahl bei Staubsaugern ein Hinweis auf deren Saugergebnis werden oft bessere Ergebnisse mit der halben Wattleistung erreicht.

    Ca. zwei Drittel des Industriellen Stromverbrauchs entfallen auf Elektromotoren. „Von den Lebenszykluskosten eines Elektromotors entfallen in der Regel mehr als 90% auf den Strom“ sagt J. Hassmann Leiter des Produktmanagements Nierderspannungsmotoren beim Elektrokonzern Siemens.
    Der Einbau solcher Antriebe in Deutschland bedeutet vor allem eine geringere Produktionskosten und eine bessere Wettbewerbsfähigkeit.

    Eine neue Technologie bei Rolltreppen am Münchener Flughafen verursacht 40% weniger Stromverbrauch.

    Der Erhalt und die Steigerung unseres bisher erreichten Wohlstands wird aus meiner Sicht kaum durch Geldverschwendung zu erreichen sein.

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