Eneuerbare Energien
USA lösen Deutschland als „Wind-Weltmeister“ ab

Deutschland hat seinen Titel als „Wind-Weltmeister“ an die Vereinigten Staaten verloren. Die USA lösten im vergangenen Jahr mit einem massiven Zubau neuer Windkraftanlagen Deutschland als wichtigsten Standort für die junge Industrie ab. Die Sorge vor einem Abflauen des Booms kann die Branche damit aber nicht beseitigen.
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DÜSSELDORF. Mit der Zuspitzung der Finanzkrise im Schlussquartal 2008 sei das Geschäft beeinflusst worden, teilte der Dachverband Global Wind Energy Council (GWEC) in Brüssel mit. Eine Prognose gab die Interessensvertretung daher nicht ab. Es gebe noch zu viele Unsicherheiten, daher werde man sich im März zur Erwartung für dieses Jahr äußern, sagte eine GWEC-Sprecherin.

Die Branche ist ungeachtet aller Förderprojekte stark von Krediten abhängig; kaum ein Windpark wird ohne Fremdmittel errichtet. Obwohl die Projekte als sicheres Investment gelten, haben die Finanzhäuser die Kredithähne zugedreht. Das Kreditvolumen schrumpfte nacch Angaben aus der Industrie im vergangenen Quartal um zwei Dritte auf rund acht Mrd. Dollar.

Bis zur Krise verzeichnete die Industrie aber einen rasanten Nachfrageschub. Weltweit wurden Windkraftanlagen mit einer Leistung von 27 100 Megawatt (MW) aufgestellt – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rein theoretisch könnten damit 40 Mio. Menschen mit Strom versorgt werden.

Knapp ein Drittel der neuen Windräder wurden in den USA aufgestellt. Dies sei ein Zubau von 50 Prozent, hieß es. Mit nun insgesamt 25 200 installierten MW überholte das Land Deutschland, in dem sich Windmühlen mit einer Leistung von 23 900 MW drehen.

Große Hoffnungen legt die Branche nun auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama, der eine stärkere Förderung von Erneuerbaren Energien angekündigt hat. Bis die neuen Gesetze aber in Kraft treten, werden noch einige Monate ins Land ziehen, wie die Verbandssprecherin einräumt. Impulse versprechen sich die Anlagenbauer, dazu zählen Nordex und Repower, von China. Im vergangenen Jahr verdoppelte sich die installierte Leistung dort auf 12 200 MW. Da die Windindustrie in dem Land nicht so stark von Krediten abhängig sei, werde auch für dieses Jahr mit einem deutlichen Plus gerechnet, sagte die Sprecherin.

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