Entwicklungsfortschritte
Brennstoffzellen heizen das Haus

In zwei Jahren soll die Brennstoffzellen-Technik so weit sein, dass erste Systeme Häuser zu konkurrenzfähigen Preisen heizen und mit Strom versorgen können. Als einer der ersten Hersteller will die australische Ceramic Fuels Cells Limited (CFCL) 2009 erdgasbetriebene Brennstoffzellen auf den Markt bringen – Experten zweifeln an der Realisierbarkeit.

KÖLN. Derzeitige Prototypen schaffen eine thermische Leistung von einem Kilowatt. In Deutschland will CFCL mit dem niedersächsischen Heizgerätehersteller Bruns entwickelte Systeme an den Stromanbieter EWE verkaufen, der die Geräte dann an seine Kunden vertreibt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hersteller serienreife Brennstoffzellen ankündigen. Entwicklungsfortschritte Ende der 1990er Jahre stimmten viele Entwickler – vor allem in der Autoindustrie – so euphorisch, dass sie vorschnell ein neues Energiezeitalter prophezeiten. Die Jubelchöre sind leiser geworden: Brennstoffzellen werden sich vorerst nur bei wenigen Anwendungen lohnen – und auch das nur mit Subventionen. Geräte zur Strom- und Wärmeerzeugung in Häusern könnten dabei zum Vorreiter werden. Und im Gegensatz zu früher scheinen die Heiztechnik-Unternehmen diesmal ihren straffen Zeitplan einzuhalten.

EWE soll die ersten Brennstoffzellen zunächst zur Markterprobung an ausgewählte Haushalte liefern. 2010 sollen dann die Geräte für alle Hausbesitzer verfügbar sein. Der CFCL-Vorstandsvorsitzende Brendan Dow rechnet mit einem Preis von 6 000 Euro pro Einheit. „Wir arbeiten daran, die Stückkosten weiter zu reduzieren und aus technischer Sicht die Lebensdauer der Geräte zu optimieren“, sagt Dow. Dafür hofft er auf Fördergelder der deutschen Bundesregierung, die über das im vergangenen Jahr gestartete „Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellen“ 500 Mill. Euro in die Entwicklung der Technologie steckt.

Der große Vorteil von Brennstoffzellen liegt in dem hohen Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent – das ist weit mehr als andere Techniken bieten. Neben der elektrischen Energie lässt sich die anfallende Wärme zum Heizen nutzen. „Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist ein zentraler Baustein für den Klimaschutz und für unsere zukünftige Energieversorgung“, sagte kürzlich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bei einem Besuch bei EWE, wo er sich über die Entwicklung stationärer Brennstoffzellen für Ein- und Mehrfamilienhäuser informierte.

Politik und Wirtschaft träumen seit Jahrzehnten von einer Technik, die Energieprobleme umweltfreundlich zu lösen verspricht und mit der Hersteller ihr grünes Gewissen zeigen können. Der Markt ist groß: Brennstoffzellen sollen sowohl Batterien in Kleinanwendungen wie MP3-Spielern ersetzen als auch in elektrischen Rollstühlen, Flugzeugen und Autos zum Einsatz kommen. Erste marktreife Geräte werden in elektrischen Fahrrädern, beim Camping oder zur mobilen Energieversorgung in Messnetzen eingesetzt. Für den serienmäßigen Einsatz in Fahrzeugen taugen sie allerdings noch nicht. Autobauer wie Ford rechnen nicht mit einem serienreifen Modell vor 2015.

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