Erneuerbare einmal billiger
So könnte die Energiewende zum Schnäppchen werden

Die Kritik an der massiven Förderung der erneuerbaren Energien ist heftig - und offenbar auch berechtigt. Denn eine Studie rechnet nun vor, dass sich mit der richtigen Strategie Milliarden einsparen ließen.
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BerlinJahr für Jahr zahlen die Stromverbraucher große Summen für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die starken Anstiege der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) haben dabei immer wieder heftige Kritik ausgelöst. Allein im vergangenen Jahr belief sich die EEG-Umlage auf knapp 13 Milliarden Euro, nachdem sie zum Jahresbeginn 2011 von gut zwei Cent je Kilowattstunde Strom auf 3,5 Cent erhöht worden war – eine Steigerung um 70 Prozent.

Am kommenden Freitag wird die Umlage für 2012 bekanntgegeben. In der Branche heißt es, der Wert dürfte voraussichtlich noch höher als in diesem Jahr liegen und damit den Preis für erneuerbare Energien weiter verteuern.

Dabei ließen sich allein zwischen 2012 und 2020 mehr als zehn Milliarden Euro einsparen, ohne den Ausbau der Erneuerbaren zu bremsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Studie der „100 Prozent erneuerbar“-Stiftung, deren Ergebnisse von der Wissenschaft bestätigt werden.

Damit erfasst das Umdenken bei der Förderung des Ökostroms die Branche selbst: Die Stiftung wird von Privatpersonen getragen, die ihr Geld mit erneuerbaren Energien verdienen. Die Autoren der Studie fordern, den Vergütungssatz für Solar- und Windstrom zu reduzieren und die Höhe der Vergütung stärker an den Standortbedingungen zu orientieren.

Ein weiterer Bestandteil der geforderten Reform des Vergütungssystems besteht darin, komplett auf den geplanten Ausbau der Windkraft auf dem offenen Meer zu verzichten. Diese Forderung steht in krassem Widerspruch zu den Plänen der Bundesregierung, die sich von der Offshore-Windkraft viel verspricht.

Die EEG-Förderung ist seit geraumer Zeit in der Diskussion. Kritiker nehmen insbesondere Anstoß an der Höhe der Vergütung für Solarstrom. Nach Ansicht von Fachleuten müssen die erneuerbaren Energien außerdem stärker nach Marktmechanismen funktionieren. Erst Mitte September hatte die Monopolkommission, die die Bundesregierung in Fragen des Wettbewerbsrechts berät, sogar eine Abschaffung der festen Vergütungen gefordert.

Das System der festen Einspeisevergütungen ist Garant für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren. Mittlerweile kommen 20 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen.

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  • verstehn Sie das Prinzip auch wirklich? Der Zuschlag wird sich erhöhen wenn der PV-Anteil steigt. das Konzept hinkt gewaltig- momnentan rotieren nur die technisch nicht versierten PV-verkäufer und Ertragsmaximierung ist anscheinend unwichtig.

  • Ich möchte das von mir erwähnte noch ergänzen. Es gibt eine bereits durchgerechnete Möglichkeit: Das Projekt Sonnenbahn. Bitte informieren Sie sich auf der Seite des Deutscher Solarverein e.V. über das genannte Projekt. Die Kosten beliefen sich auf die Beträge, die jüngst und wieder aktuell zur Bankenrettung bereitgestellt werden. Ich bekomme allmählich einen dicken Hals, wenn ich die Untätigkeit und den Lobbyismus und die Auswirkungen betrachte. Die Sonnenbahn in Südeuropa zuerst installiert, brächte diesen Nationen das Exportgut Strom. Es ist nicht zu begreifen, dass solche exorbitant wichtigen Projekte nicht postwendend politisch und wirtschaftlich angeschoben werden. Genau so ein Projekt würde eine Geldwertstabilität erzeugen und ebenso auf politischer Ebene. Es ist zum Verzweifeln, dass wirtschaftliche und politische Entscheidungsträger wirtschaftlichen Schaden in Kauf nehmen, sich aber keine fruchtbaren Veränderungen zeigen!

  • Jeder einzelne Mensch muss sich - für seine Lebenssituation überlegen, wie er/sie sich künftig autark mit Energie versorgen will. Es geht ausgerechnet dem Personenkreis, die Haus und Hof besitzen, offensichtlich noch zu gut, um in Eigenverantwortung aktiv zu werden und die Möglichkeiten aus Windkraft (vertikale WKA!), Photovoltaik und Solarkraft und nicht zu vergessen, Wasserstoff als Brennstoff für Heizungsanlagen in Betracht zu ziehen. Vertikale WKAs benötigen nur einen Bruchteil der Genehmigungsverfahren, haben keine Schlagschatten, kaum Geräusche, sind allerdings nicht ganz so effektiv wie die "Windmühlen", aber für unregelmässige Windgeschwindigkeiten besser geeignet. Es geht doch darum, für Energieverfügbarkeit selber die Verantwortung zu übernehmen. Das gilt auch für die Industrie mit riesigen Dachflächen.

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