Erneuerbare Energie

Nordsee-Windparks liefern 50 Prozent mehr Strom

Die Stromerzeugung in der Nordsee kommt mehr und mehr auf Touren, mittlerweile arbeiten hier fast 1000 Windkraftanlagen. Mit dem Bau neuer Windparks steigt auch der Beitrag des Nordsee-Stroms zur deutschen Versorgung.
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Die Windparks in der deutschen Nordsee haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 7,77 Terawattstunden Strom geliefert. Quelle: dpa
Offshore-Windpark Nordsee 1

Die Windparks in der deutschen Nordsee haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 7,77 Terawattstunden Strom geliefert.

(Foto: dpa)

BayreuthDie Windparks in der deutschen Nordsee haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 7,77 Terawattstunden Strom geliefert. Das ist eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet in Bayreuth mitteilte.

Gleichzeitig seien zum Halbjahr bereits 72 Prozent der Gesamterzeugung des Vorjahres erreicht worden. Dazu kommen noch einmal 0,7 Terawattstunden aus der Ostsee, so dass sich der Beitrag des Offshore-Stroms auf insgesamt 8,47 Terawattstunden beläuft. Das entspricht 16,5 Prozent oder einem Sechstel des insgesamt in Deutschland erzeugten Windstroms.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent.

Marktanteil 2,2 Prozent.  

Platz 13: Dongfang (China)
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Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt.

Marktanteil: 2,2 Prozent.

Platz 12: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte.

Marktanteil: 2,5 Prozent.

Platz 12: Sewind (China)
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Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 3,0 Prozent.  

Platz 10: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 3,2 Prozent.

Platz 9: Mingyang (China)
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Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

Platz 8: Envision (China)
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Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

„Dass zugleich die Kosten bei Windparks und Anbindungssystemen künftig sinken werden, zeigt die große wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auf, die Offshore mittlerweile erreicht hat“, sagte Lex Hartman aus der Tennet-Geschäftsführung. „Auch für die Zukunft erwarten wir die Fortsetzung dieses Trends.“

Mittlerweile produzieren in der Nordsee 953 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4410 Megawatt, das entspricht ungefähr vier sehr großen konventionellen oder Kernkraftwerken. Die tatsächliche maximale Einspeisung lag am 7. Juni bei 4010 Megawatt. Aus der Ostsee steuern 102 Windkraftanlagen noch einmal 339 Megawatt Leistung bei.

Tennet ist zuständig für die Übertragung des in der Nordsee erzeugten Stroms in das Stromnetz an Land. „Wesentliche Voraussetzung für das Einbringen der Windernte war der kontinuierliche Ausbau unserer Übertragungskapazitäten“, sagte Hartman.

Schon seit Februar 2016 stelle Tennet mehr als 5200 Megawatt bereit und habe damit schon mehr als 80 Prozent des Ausbauzieles der Bundesregierung von 6500 Megawatt bis zum Jahr 2020 erreicht. Bis 2025 will Tennet die Übertragungskapazität in der Nordsee auf mehr als 10 000 Megawatt steigern.

  • dpa
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3 Kommentare zu "Erneuerbare Energie: Nordsee-Windparks liefern 50 Prozent mehr Strom"

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  • @ Herr Hans Brandl28.08.2017, 09:47 Uhr

    Den Unterschied zwischen Leistung und Arbeit kennt nicht mal die Bundeskanzlerin und die war angeblich Physikerin. So hohe Anforderungen dürfen Sie heute nicht mehr stellen. Und Nachrechnen gefährdet ihren Verstand und ruinert Ihre Gesundheit (Warnhinweis).

    :)

  • "Mittlerweile produzieren in der Nordsee 953 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4410 Megawatt, das entspricht ungefähr vier sehr großen konventionellen oder Kernkraftwerken."

    Einen Absatz früher findet sich:
    "so dass sich der Beitrag des Offshore-Stroms auf insgesamt 8,47 Terawattstunden beläuft."
    Bei ca. 8000 h pro Jahr, heisst das, dass die jdurchschnittliche abgegebene Leistung nur ca 2000 Megawatt beträgt! So etwas nennt sich DPA- Lückenjounalismus!
    Die anderen 2000 MW, die da nicht geliefert werden, kommen von umweltfreundlichen deutschen Braunkohlekraftwerken die die Lücke füllen.
    Wenn die Kernkraftwerke noch liefern dürften, dann würden sie eben das ganze Jahr 100% liefern und nicht nur 50% wie die teueren, hochsubventionierten offshore WKA.

    Am interessantesten ist aber, wie in diesem Artikel der DPA-Qualitätsjournalismus bei etwas Nachdenken zeigt was von so einer Meldung zu halten ist!

  • Für die deutsche Gesellschaft und die Umwelt ist das sicherlich ein trauriges Ereignis.

    Im Stromnetz müssen Bedarf und Einspeisung in jedem Augenblick identisch sein. Der umweltschädliche Windstrom wird entsprechend der Launen des Wetters eingespeist. Solcher Strom ist nahezu wertlos. Jede eingespeiste MWh muss der Verbaucher entsprechend der Subventionssätze bezahlen. Die Versorger müssen Kapazitäten vorhalten die nicht vergütet werden. Die Stromnetze müssen auf allen Ebenen ausgebaut werden was über die Netzkosten vergütet werden.

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