Erneuerbare Energien
Beton als Energiespeicher

Energielücken sind das Dilemma der erneuerbaren Energien: Bei Flaute drehen sich Windräder nicht, ohne Sonne gibt es keine Solarenergie. Nun hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit dem Baukonzern Züblin einen Energiespeicher aus Beton gebaut. Noch ist der Wirkungsgrad überschaubar, doch die DLR tüftelt an weiteren Lösungen.

STUTTGART. Ein Betonklotz als Energiespeicher – Stuttgarter Forscher haben eine Lösung entwickelt, mit der Wärmeenergie, die mit Hilfe von Sonnenkollektoren gewonnen wird, kostengünstig zwischengespeichert werden könnte. Die Pilotanlage hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit dem Baukonzern Züblin gebaut und jetzt in Stuttgart vorgestellt.

Die Strom- und Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien steckt in einem Dilemma. Zuweilen gibt es einen Überfluss an Energie – ab und zu aber einen Mangel. Bei Flaute drehen sich die Windräder nicht, ohne Sonne gibt es keine Solarenergie und für diese Ausfallzeiten müssen konventionelle Kraftwerke oder Heizkessel hochgefahren werden, um die Energielücke zu schließen.

Geeignete Speichersysteme könnten das Auf und Ab ausgleichen und würden die Nutzung der Regenerativen deutlich erhöhen. Unabhängig von Tageszeit und Wetter könnte man die Lieferung von Strom oder Wärme verstetigen. „Mit Langzeitwärmespeichern etwa könnte man die ganze Bandbreite der Ökowärme vom Holz über Sonne bis Biogas nutzen und kontinuierlich in die Netze speisen“, sagt Michael Nast, Energieexperte beim DLR in Stuttgart.

Bei all diesen Ideen stellt sich bislang aber immer wieder die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Die allermeisten Lösungen rechnen sich ohne Zuschüsse noch nicht, sind noch nicht ausgereift oder die Wirkungsgrade sind unbefriedigend. „Die großen Nahwärmespeicher, die gebaut werden, benötigen alle noch finanzielle Unterstützung“, sagt Rainer Tamme, der sich seit vielen Jahren im DLR mit Speichertechnologien befasst.

Die Stuttgarter sind an dem Solarrinnenkraftwerk auf dem Testfeld auf der „Plataforma Solar de Almería“ in Spanien beteiligt. Aktuell speichert man dort die Energie mit Salzsystemen, was relativ teuer ist, weil die verwendeten Nitratsalze auch Ausgangsstoff für stark nachgefragte Düngemittel sind. Der Chemiker hat daher ganz gezielt nach einer preiswerten Lösung für die Speicherung von Sonnenenergie gesucht. Er nutzt Beton als Wärmespeicher, um kurzzeitige Schwankungen auszugleichen. „So kann man in den Abendstunden oder an Regentagen den Betrieb aufrechterhalten und die Turbinen können weiterlaufen“, erklärt Tamme.

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