Erneuerbare Energien
Fische profitieren von Offshore-Windparks

Offshore-Windparks lassen die Unterwasserwelt veröden, so ein oft gehörtes Argument von  Kritikern. Eine aktuelle Untersuchung aus dem Windpark Alpha Ventus zeigt: Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
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BerlinOffshore-Windparks hinterlassen keine öden Unterwasserwüsten – im Gegenteil: Am Windpark Alpha Ventus vor Borkum haben sich sogar zusätzliche Fischarten angesiedelt. Das geht aus fünf Jahren ökologischer Begleitforschung an dem Offshore-Testfeld hervor.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) präsentierte erste Ergebnisse der Untersuchung am Mittwoch in Berlin. Die Fische profitierten demnach vom Wegfall der Grundschleppnetzfischerei in dem Gebiet 15 Kilometer nordwestlich von Borkum in der Nordsee.

Die Fundamente der Offshore-Windenergieanlagen bilden künstliche Riffs, an denen sich Muscheln, Seeanemonen und Seelilien sowie Seesterne ansiedeln. Als Folge davon hat sich die Artenvielfalt insgesamt erhöht: Als neue Ansiedelungen traten etwa Seebull, Makrele und Leierfisch auf.

Zur Erfassung von Zahl und Artenvielfalt von Fischen setzten die Wissenschaftler erstmals besondere Fischecholote ein, die sie neben den Windenergieanlagen am Meeresboden aufstellten. So konnten sie nachweisen, dass befürchtete Folgen der Baumaßnahmen wie Verödung der Fauna oder Massenschlag bei Vögeln nicht eingetreten sind.

Vögel scheinen von den Bewegungen der Windräder und den Lichtern der Anlagen abgeschreckt zu werden. Das senkt das Kollisionsrisiko erheblich. Bei normalen Wetterlagen zeichneten die Geräte der Forscher keine Kollisionen auf. Ungeklärt ist noch die Kollisionsgefahr bei schweren Wetterlagen, die für die Vögel unerwartet auftreten.

Für Meeressäuger sind laut BSH vor allem die schallintensiven Rammungen während der Bauphase ein Problem - dann bleiben Schweinswale bis zu 20 Kilometer weit entfernt. Deshalb hat das BSH nun einen verbindlichen Grenzwert für den Rammschall festgelegt. Während des Normalbetriebs mieden die Meeressäuger die Anlagen dagegen nicht.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erneuerbare Energien: Fische profitieren von Offshore-Windparks"

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  • Ab 2015 dürfen nur noch Doppelhüllentanker fahren. Also kein Grund zur Panik.

  • Ich bin aus Norddeutschland. Und so dicht stehen Die Windkraftwerke hier nicht, wie Sie behaupten.

  • Hi Ockhamms Rasiermesser...Ich meine schon, dass die Evolution die Vögel in ein paar 1000 Jahren dazu bewegen würde sich von Windmühlen fern zu halten. Allerdings stehen die Windmühlen in Norddeutschland so dicht, dass dies für die Viecher dannein wenig schwierig wird einen Lebensraum zu finden.

    Ich gehe davon aus, dass man irgendwann von den Windmühlen weg kommt. Auch die Bürger von Schilda haben aufgehört die Sonnenstrahlen in Säcke zu packen.

    Vandale

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