Erneuerbare Energien
Pilotprojekt Hybridkraftwerk

Das weltweit erste Wasserstoff-Hybridkraftwerk steht in Prenzlau und bringt die Energiequellen Wind, Wasserstoff und Biogas in einem Verbund zusammen. Für die Energiebranche ist das Pilotprojekt ein wichtiger Schritt.
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Die vier Partner Enertrag, Vattenfall, Total und Deutsche Bahn wollen es beweisen: Die erneuerbaren Energien sind in der Mischung besonders stark. So lässt sich auch ihre Leistung besser planen. Das wollen die drei Energiekonzerne und die Bahn mit dem Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Prenzlau in der Uckermark zeigen.

Das Projekt, in das die Partner 21 Millionen Euro investieren, ist eine Weltpremiere: Es bringt erstmals die Energiequellen Wind, Wasserstoff und Biogas in einem Verbund zusammen. Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, feierte das Projekt gar als "Quantensprung in der modernen Speichertechnologie", als es Ende Oktober in Betrieb ging.

Wie funktioniert das Hybridkraftwerk? Es besteht aus Windenergieanlagen, Biogaskraftwerken, einer Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff und dazu noch einem Blockheizkraftwerk sowie Tanks für Biogas und Wasserstoff.

Zwar lässt sich inzwischen gut vorhersagen, wann eine Windanlage wie viel Strom produziert. Aber eine Restungenauigkeit von einigen Prozent bleibt. Diese Lücke will das Hybridkraftwerk schließen. Erzeugen die Windräder zu viel Strom, wird er über einen sogenannten Elektrolyseur in Wasserstoff umgewandelt und in Tanks gespeichert.

Es soll nicht bei einem Kraftwerk bleiben

Erzeugen die Windräder jedoch weniger Strom als geplant, nutzen die Betreiber die Biogasanlagen und den gespeicherten Wasserstoff, um den fehlenden Strom in einem speziellen Blockheizkraftwerk zu produzieren. Ein solches Kraftwerk verbrennt das Gas und wandelt es in Strom und Wärme um.

Aber Total will einen Teil des gespeicherten Wasserstoffs noch anders verwenden: Der französische Energiekonzern liefert ihn an zwei Spezialtankstellen in Berlin und Hamburg, um Autos mit Wasserstoff zu betanken.

Das Kraftwerk in Prenzlau ist erst einmal ein Pilotprojekt, bei dem die beteiligten Konzerne viel praktische Erfahrungen sammeln wollen, um Wasserstoff-Hybridkraftwerke noch zu verbessern. Denn es soll nicht bei dem einen in der Uckermark bleiben. "Die Erfahrungen der Forschungs- und Entwicklungsanlage in Prenzlau wollen wir nutzen, um weitere Kraftwerke zu bauen", so ein Sprecher des Windenergie-Unternehmens Enertrag.

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  • Interessante Sache!

    Erinnert mich an die Morbacher Energielandschaft, eine Projektanlage, bei der ja auch sog. EE-Gas produziert wird.

    Aus überschüssiger Photovoltaik bzw. Windkraft kann man als weiteres "windfuel" sogar Butanol erzeugen (siehe http://www.dotyenergy.com/Introduction/primer.htm), das unter geringem Druck von ca. 5-10 bar in den flüssigen Zustand übergeht und dann nur noch 1/260 zigstel des ursprünglichen (gasförmigen) Raumvolumens einnimmt. So wie Biobutanol könnte auch "WindButanol" als Biokraftstoff verwendet werden.

    Der Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Wasserstoff aus Strom beträgt übrigens über 60 Prozent.

  • Frage : wie hoch ist der Wirkungsgrad bei einer Erzeugung von
    Wasserstoff aus Strom und mit welcher Kostensteigerung ist hier zu rechnen?

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