Erneuerbare Energien
RWE investiert Milliarden in Ökostrom

Mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr will RWE künftig in den Ausbau des Ökostrom-Geschäfts stecken. Mit einer stärkeren Hinwendung zu Windkraft, Biomasse und Wasserkraft will sich das Unternehmen nicht nur aus der Schusslinie von Umweltschützern bringen.

HB ESSEN. Der Energiekonzern RWE will sein Geschäft mit Ökostrom mit Milliardensummen ausbauen. Vom nächsten Jahr an solle die neue gegründete RWE Innogy pro Jahr mindestens einer Milliarde Euro in den Ausbau des Bereichs stecken, teilte RWE am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Essen mit. Die Führung der Sparte übernimmt der scheidende Chef des Windkraftanlagenbauers Repower Systems, Fritz Vahrenholt. Ziel ist es, den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu vervierfachen. Bis 2020 soll der Anteil von derzeit rund fünf auf 20 Prozent steigen

RWE Innogy, die zum 1. Februar an den Start gehen wird, soll auch durch Zukäufe wachsen, sagte Vahrenholt. RWE hat vor allem den Ausbau der Windkraft an Land und auf See im Blick. Aber auch die Felder Biomasse und Wasserkraft sollten ausgebaut werden. Das Geschäftsmodell von Innogy umfasse die Planung, die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Ökostromerzeugung. Zum Start nimmt die Gesellschaft voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von 1500 Megawatt in Betrieb. Insgesamt verfügt RWE über Stromerzeugungskapazitäten von rund 34 000 Megawatt.

Der zweitgrößte deutsche Versorger setzt bislang vor allem auf Kohle und Atomkraft zur Stromerzeugung und steht deshalb in der Kritik von Umweltschützern. Marktführer Eon hat ebenfalls angekündigt, seine Kapazitäten auf dem wachsenden Markt für Ökostrom auszubauen, und Milliardeninvestitionen auf den Weg gebracht.

"Wir nehmen die erneuerbaren Energien sehr ernst", sagte der neue RWE-Chef Jürgen Großmann. Das Geschäft sei ein wesentlicher Teil der künftigen Konzernstrategie, die im Februar vorgestellt werden solle. "Wir erwarten von dem Geschäftsbereich Erneuerbare Energien zusätzliche nennenswerte Beiträge zur Wertschöpfung", betonte er.

Der seit Oktober amtierende Großmann reagiert mit dem Ausbau des Geschäfts auch auf die zunehmenden Belastungen aus dem Kauf von Verschmutzungsrechten. Konzerne müssen diese Rechte am Markt kaufen, wenn die ihnen zugeteilten Zertifikate nicht ausreichen. Die Stromerzeugungskapazität von RWE Power besteht zu 60 Prozent aus Kohlekraftwerken, die tonnenweise klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft blasen.

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