Erneuerbare Energien
Software macht Windenergie berechenbar

Mal weht er stark, mal reicht es nur zu einem lauen Lüftchen. Wirklich Verlass ist auf den Wind nicht. Damit Energieversorger besser planen können, haben Oldenburger Forscher ein Verfahren entwickelt, das die Windstärke fünf Tage im Voraus prognostiziert.

OLDENBURG. Energieversorger, die Windkraft zur Stromgewinnung nutzen wollen, haben ihre liebe Mühe. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz sind sie verpflichtet, Strom aus regenerativen Energien ins Netz einzuspeisen. Zugleich müssen sie jederzeit und überall die Versorgung gewährleisten. Beides lässt sich nur miteinander kombinieren, wenn detaillierte Prognosen über das zu erwartende Einspeisevolumen vorliegen. Nach ihnen richte sich, erläutert Vattenfall-Sprecherin Meike Wulfers, wie viel „Ausgleichsleistung aus konventionellen Kraftwerken hinzugekauft werden muss, um den Verbrauchern exakt die benötigte Energiemenge zur Verfügung stellen zu können“.

Die erforderliche Höhe der Ausgleichsenergie wird täglich neu auf Basis von Windleistungsvorhersagen bestimmt. Angesichts stetig steigender Energiepreise können Verbesserungen der Prognosegüte um wenige Prozent einen entscheidenden wirtschaftlichen Vorteil bedeuten. An deutschen Hochschulen – unter anderem an der Uni Oldenburg und am Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) – tüfteln Energiemeteorologen an Methoden zur präzisen Datenermittlung.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler werden die Versorgungsbranche beruhigen: „Auf Grundlage von Angaben der führenden internationalen Wetterdienste lässt sich die zu erwartende Einspeisung von Windstrom heute für die folgenden fünf Tage kalkulieren – auf 15 Minuten genau“, sagt Ulrich Focken, gemeinsam mit Mathias Lange Gründer und Geschäftsführer von energy & meteo systems. Das im niedersächsischen Oldenburg ansässige Spin-off der dortigen Universität entwickelte gemeinsam mit Experten des Risø National Laboratory in Dänemark ein Verfahren namens „Previento“, mit dem sich die gesamte Windstromeinspeisung einer Region ermitteln lässt.

Die in einem vom Bundesumweltministerium unterstützten Forschungsprojekt entwickelte Software wird beim Energiedienstleister RWE implementiert. Und längst interessierten sich auch Stromkonzerne in Spanien, Kanada, Australien oder den USA für die Technik, so Focken.

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