Erneuerbare Energien: Windräder rotieren auf Hochtouren

Erneuerbare Energien
Windräder rotieren auf Hochtouren

Deutschland bleibt Vorreiter beim Einsatz von erneuerbaren Energien: Wie kein zweites Land hat die Bundesrepublik in den vergangenen Jahren in die Produktion von grünem Strom investiert. Ob die ehrgeizigen Ziele der Branche erreichbar sind, ist fraglich. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Windenergie zu.

DÜSSELDORF. „In keinem anderen Land geht der Ausbau so schnell voran wie bei uns“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann, gestern in Berlin. Im vergangenen Jahr deckten die alternativen Quellen 14,3 Prozent des deutschen Stromverbrauches – ein Jahr zuvor waren es noch weniger als zwölf Prozent. Die Produktion aus Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse kletterte von 73,0 auf 86,7 Mrd. Kilowattstunden. Der Zuwachs entspricht nach Angaben des BEE der Produktion eines Kernkraftwerkes.

Deutschland hat wie kein zweites Land in den vergangenen Jahren die Produktion von grünem Strom gefördert. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werden den Produzenten von Wind- oder Solarstrom feste, lukrative Vergütungen zugesichert.

Seit Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 hat sich der Anteil am Stromverbrauch mehr als verdoppelt. Und wenn es nach Bundesumweltminister Sigmar Gabriel geht, ist die Entwicklung noch lange nicht zu Ende. 2020 sollen die erneuerbaren Energien bereits 25 bis 30 Prozent stellen. Ob die Branche die ehrgeizigen Ziele erreichen, insbesondere die notwendigen Neuerungen stemmen kann, steht nach Einschätzung von Branchenexperten aber in Frage.

Die Schlüsselrolle spielt dabei wie in der Vergangenheit die Windenergie. Die Windräder lieferten 2007 fast 38,5 Mrd. Kilowattstunden Strom, beinahe acht Mrd. mehr als ein Jahr zuvor. Das Plus verbuchte die Branche aber nur, weil nach mehreren windschwachen Jahren die Witterungsverhältnisse besser waren. Der Neubau von Anlagen stockt dagegen.

„Die Investitionen in neue Windkraftanlagen sind in einem Jahr um rund 25 Prozent zurückgegangen“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie, Ralf Bischof, dem Handelsblatt. Grund seien vor allem die stark gestiegenen Preise für diese Anlagen bei gleichzeitig gesunkener Förderung. Die Preise seien um 15 bis 20 Prozent gestiegen, da rund 80 Prozent des Gewichtes einer Windkraftanlage auf den Stahl entfallen. Deshalb verkrafte die Branche die jährliche Absenkung der Förderung nicht mehr. Der Verband fordert darum eine Förderung der Windenergie, die „atmet“ und einen Ausgleich für gestiegene Rohstoffpreise biete. Dies sei in Ländern wie Spanien, Frankreich oder Portugal der Fall. Deshalb wachse die Stromgewinnung aus Windkraft dort auch besonders stark.

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