Eröffnung in Rio
„Gipfel der unambitionierten Unverbindlichkeit“

Drei Tage will die Staatengemeinschaft in Rio über nachhaltige Entwicklung diskutieren. Die Ergebnisse des Gipfels dürften dürftig ausfallen. Schon im Vorfeld hagelt es Kritik aus Teilnehmerkreisen.
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Rio de JaneiroUno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat am Mittwoch den dreitägigen Uno-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro offiziell eröffnet. Zum Auftakt wurde ein dreiminütiger Film über die dramatischen Veränderungen der Umwelt seit der industriellen Revolution gezeigt. Bis Freitag beraten Vertreter aus mehr als 190 Staaten über die Möglichkeiten nachhaltiger Entwicklung. Zu den Teilnehmern zählen auch 86 Staats- und Regierungschefs.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) vertreten.

Vor 20 Jahren fand in Rio de Janeiro erstmals die Uno-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) statt. Die neue Konferenz soll an das damalige Treffen anknüpfen. Bei dem sogenannten Gipfel geht es vor allem darum, Weichenstellungen für eine "grüne Wirtschaft", eine Stärkung der Uno-Institutionen für Umwelt und Entwicklung sowie die Formulierung neuer Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Am Dienstag war ein 53-seitiger Entwurf für die Abschlusserklärung auf Arbeitsebene vereinbart worden. Der Entwurf für die Abschlusserklärung ist bereits im Vorfeld von zahlreichen Organisationen und Regierungsvertretern als unzureichend kritisiert worden.

BUND-Chef Hubert Weiger erklärte, "der globale Schutz unserer Lebensgrundlagen kommt wegen der Schuldenkrise unter die Räder". Kaum hätten Schwellenländer wie Brasilien oder China beim Treffen der großen Industrienationen (G-20) in Mexiko zugesagt, Milliarden in den Krisenfonds des Internationalen Währungsfonds einzuzahlen, würden sie "von mehr Umweltschutzmaßnahmen verschont". Nötig seien aber ein Abschied von fossilen Energien und eine Ausweitung von Schutzgebieten.

Der 53-seitige Entwurf für die Abschlusserklärung sieht unter anderem Maßnahmen der Weltgemeinschaft für mehr Umweltschutz und zur Reduzierung der Armut in der Welt vor. Dazu wird das Prinzip einer umweltverträglichen Wirtschaft propagiert. Die in dem Papier formulierten Ziele für ein nachhaltiges Wirtschaften sollen auch die UN-Millenniumsziele fortschreiben, wenn diese im Jahr 2015 auslaufen. Viele Ziele in der Vorlage sind jedoch eher unverbindlich formuliert.

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