Erster Offshorewindpark
Windräder so hoch wie der Kölner Dom

Inmitten der Debatte über die Energiewende ist vor der Ostseeküste der erste Offshore-Windpark in Betrieb gegangen. Das soll erst der Anfang sein, der Bund plant eine stärkere Offshore-Förderung.
  • 4

ZingstBundeskanzlerin Angela Merkel setzte am Montag im Seebad Zingst mit einem symbolischen Knopfdruck die 21 ersten kommerziell betriebenen Windräder in Betrieb. Jedes ist so hoch wie der Kölner Dom. Energie aus Windparks vor der Ostsee- und Nordseeküste soll den Löwenanteil des Stroms bilden, der auch die Atomkraft ersetzen kann. Wegen erheblicher Verzögerungen dieser Projekte für den Ökostrom-Ausbau will der Bund Strom von hoher See nun aber deutlich stärker fördern. Dies zeigen Reuters vorliegende Planungen des Umweltministeriums.

Merkel: Neues Kapitel für Energiegewinnung

„Damit wird in der Tat ein neues Kapitel der Energiegewinnung in Deutschland aufgeschlagen“, sagte Merkel mit Blick auf den Windpark „Baltic 1“, der nun 50.000 Haushalte mit Strom versorgen kann. Er steht 16 Kilometer vor der Ostseeküste. Folgen soll ab 2013 „Baltic 2“, wo sich dann 80 Räder drehen werden. Bislang gab es in Deutschland nur den Probewindpark „Alpha Ventus“ in der Nordsee.

Wegen technischer Hürden und Problemen bei der Netzanbindung ist der Bau der Windparks weit langsamer vorangeschritten als geplant. Der Bund musste seine Erwartungen an den Ökostrom-Beitrag der Windmühlen immer wieder reduzieren. In den kommenden zehn Jahren sollen es nun rund zehn Gigawatt werden, die rechnerische Leistung von etwa zehn Atomkraftwerken. Die wahre Zukunft der Technik liege aber erst im Jahrzehnt darauf, sagte Merkel, die ihren Bundestagswahlkreis in der Küstenregion hat. Deutschland brauche für die Energiewende auch die dazugehörige Mentalität, mit der etwa auch der Bau von Stromtrassen von der Küste nach Süddeutschland akzeptiert werde.

Seite 1:

Windräder so hoch wie der Kölner Dom

Seite 2:

Kommentare zu " Erster Offshorewindpark: Windräder so hoch wie der Kölner Dom"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Solarstrom billiger als (Off-shore-)Windstrom

    Während einige Politiker und Lobbyisten noch den Zubau an Solarleistung radikal deckeln wollen, werden große Fotovoltaik-Anlagen in drei bis vier Jahren schon weniger gefördert (= günstiger Strom erzeugen) als die favorisierten Off-Shore Windräder. Rechnet man die Investitionen für den Anschluss an das Festlandstromnetz hinzu, rückt die Kostenparität noch näher.

    Für den Ausstieg aus fossilen Energien werden wir sowohl Wind als auch Sonne nach besten Kräften und Möglichkeiten nutzen müssen. Dabei sollte der Fotovoltaik in Anbetracht der rapiden Kostensenkungen in der mittelfristigen Planung seitens der Politik eine größere Rolle zugemessen werden.

  • Man könnte denken, dass sowas nur durch Ihre Köpfe weht. bei diesen niveauvollen Kommentaren!

  • @ Nachdenker

    Vielleicht Darmwinde? :-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%