EU-Klimaschutzkommissar Cañete
„Die Chancen für ein Abkommen sind groß wie nie“

Der EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie will in Paris für harte und verbindliche Klimaziele kämpfen. Im Gespräch erklärt er, warum er optimistisch ist und was Brüssel jetzt vom CO2-Sünder Volkswagen erwartet.

BrüsselEr müsse sich nur mal eben frisch machen, sagt Miguel Arias Cañete, als er etwas gehetzt wirkend seine Gäste im Büro der Brüsseler EU-Kommission begrüßt. Der Kommissar für Klima und Energie ist in den vergangenen Wochen rund um den Globus gereist, um für seine Klimapolitik zu werben. Jetzt, knapp zwei Wochen vor Beginn der größten Klimakonferenz aller Zeiten, befindet sich die französische Hauptstadt wegen des Terroranschlags auch noch im Ausnahmezustand.

Herr Cañete, trotz der Terroranschläge hält Frankreichs Regierung an der Ausrichtung des Weltklimagipfels COP21 fest. Fahren Sie mit einem mulmigen Gefühl nach Paris?
Nein, wir haben volles Vertrauen in die Fähigkeiten Frankreichs als Gastgeber.

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    Kommt dem Treffen nach den Anschlägen eine Bedeutung zu, die über das Thema Klimaschutz hinausgeht?
    Das Treffen ist nun wichtiger denn je. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unterschiedliche Sichtweisen respektieren, Kompromisse finden und als weltweite Gemeinschaft zusammenhalten. So kommen wir auch zu einer erfolgreichen Klimaübereinkunft.

    Sie halten ein Scheitern trotz hoher Erwartungen also für ausgeschlossen?
    Wir streben ein sehr ambitioniertes Abkommen mit bindenden Vereinbarungen an. Das wird zweifelsohne schwierig und ich erwarte Verhandlungen bis zur letzten Minute. Aber die Chancen sind groß wie nie, denn die Entwicklung ist dramatisch. Es werden 160 Länder teilnehmen, die für 93,5 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sind. In Kyoto waren es nur 35 Länder, die für zwölf Prozent der Emissionen verantwortlich waren. Alle sind bereit, sich zu bewegen, haben sich Ziele gesetzt und zum Teil auch schon politische Maßnahmen ergriffen. Der Druck, endlich eine Lösung hinzubekommen, ist enorm. Das haben auch die USA, China und Indien verstanden.

    Dennoch hat US-Außenminister John Kerry erst jüngst wieder klar gemacht, dass es kein verpflichtendes Abkommen geben kann.
    Ich denke, da gibt es ein kleines Missverständnis. Ein Protokoll, in dem sich Parteien auf nichts verpflichten, macht keinen Sinn. Wenn Ziele definiert werden, müssen auch alle sie umsetzen. Wenn die USA das nicht wollen, müssen sie Alternativen aufzeigen und klar machen, wie sie Vertrauen herstellen wollen.

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    Seite 2:

    Bilanz über globale Fortschritte

    Seite 3:

    Geldstrafen für VW & Co.?

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