Explosiver Untergrund: Schwere Stürme als Auslöser

Explosiver Untergrund
Krater im Meeresboden vor Helgoland

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Schwere Stürme als Auslöser

Das Methan entstand aus der Zersetzung von Pflanzenmaterial, das zum Teil von Flüssen wie der Elbe in die Nordsee geschwemmt worden war. Anschließend bedeckten Sedimente die Überreste, so dass Bakterien sie nur unter Sauerstoffmangel abbauen konnten. Die darüber liegenden Sande und Tone hielten das Methan dann gefangen, bis überdurchschnittlich hohe Temperaturen 2014 und 2015 den Aufstieg des Gases im Untergrund einleiteten.

Den finalen Auslöser für den Ausbruch bildeten schließlich schwere Stürme, die im Herbst 2015 durch die Region zogen. Sie erzeugten Wellen mit einer Höhe von bis zu sieben Metern, die wiederum am Meeresboden starke Druckschwankungen verursachten. Wie eine Pumpe aktivierten sie die Gasblasen, die schließlich explosiv durch den Sedimentdeckel schossen.

Obwohl Methan ein starkes Treibhausgas ist, beschwichtigen die Forscher, was die Folgen dieses Ausbruchs angeht: Die freigesetzte Gasmenge entspreche nur 0,5 Prozent des gesamten Jahresausstoßes der Bundesrepublik.

Allerdings dürfte weltweit der Meeresboden in Küstennähe mit Methangasblasen versetzt sein. Steigende Wassertemperaturen und häufigere Extremereignisse könnten sie mobilisieren und öffnen, so dass negative Folgen für das Klima durchaus möglich sind.

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