Folge des Klimawandels
Dürre und Starkregen gefährden Stromversorgung

Auch die Energieversorgung könnte in Zukunft unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die sich abzeichnenden Niederschlagsextreme wären für Dämme und Kraftwerke in ihrer bisherigen Form ein Problem.

HeidelbergWassermangel ist nicht nur für die Landwirtschaft ein großes Problem, sondern potenziell auch für die Energieversorgung – denn nicht nur die Wasserkraft hängt am Wasser, auch konventionelle Kraftwerke brauchen notwendigerweise Kühlwasser. Diese beiden Kraftwerkstypen stellen zusammen weit über 90 Prozent der weltweit produzierten Elektrizität bereit – doch wie lange noch?

Eine Arbeitsgruppe um Michelle van Vliet von der Universität Wageningen kommt jetzt zu dem Schluss, dass diese Kraftwerkstypen zwischen 2040 und 2069 um bis zu 86 Prozent weniger Energie produzieren könnten. Grund: Wegen Klimaveränderungen steht nicht genug Wasser zur Verfügung.

Auf der Basis eines hydrologischen Modells, das den Wasserbedarf und die Leistung von 24.500 Wasserkraftwerken und etwa 1400 thermoelektrischen Anlagen berücksichtigt, kommt die Forscherin zu dem Ergebnis, dass die durch den Klimawandel veränderten Niederschlagszyklen erhebliche Auswirkungen auf die Kapazität der Anlagen haben. Nicht nur reduzieren geringe Niederschläge und niedrige Wasserstände die Leistung von Turbinen in Staumauern, sie lassen auch Kühlwassereinlässe von Kraftwerken trockenfallen.

Auch extreme Regenfälle und Überschwemmungen mindern die Leistung von Kraftwerken. Die enormen Leistungseinbußen seien allerdings kein Schicksal, so van Vliet. Der Elektrizitätssektor müsse sich nur bald mit dem Problem auseinandersetzen und rechtzeitig Anpassungsstrategien entwickeln.

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