Frachter Vindskip: Wenn der Rumpf zum Segel wird

Frachter Vindskip
Wenn der Rumpf zum Segel wird

Auf der Suche nach Alternativen zum umweltschädlichen Schweröl für Schiffsantriebe haben Ingenieure die Windkraft wiederentdeckt. Bei dem futuristisch anmutenden Vindskip-Frachter wird der ganze Schiffsrumpf zum Segel.
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BerlinFrachtschiffe sind unverzichtbar für den globalen Warenverkehr – rund 90 Prozent des Welthandels wird über die internationale Schifffahrt abgewickelt. Zugleich sind die Ozeanriesen aber auch veritable Dreckschleudern, denn ihre Motoren werden in der Regel mit besonders umweltschädlichem Schweröl betrieben.

Auf der Suche nach Alternativen haben Schiffsbauer in jüngster Zeit auch die Windkraft wiederentdeckt. Ein besonders futuristisch anmutendes Konzept kommt dabei aus Norwegen: Bei dem von dem Ingenieur Terje Lade, Geschäftsführer der Firma Lade AS, entworfenen Frachter wird gleich der ganze Schiffsrumpf zum Segel.

Das Prinzip seines Windantriebs erläutert der Ingenieur selbst: „Trifft der Wind schräg von vorn auf den Rumpf, entsteht daraus eine Kraft in Längsrichtung, das Schiff nimmt Fahrt auf. Da der Rumpf die Form eines vertikal stehenden symmetrischen Tragflügels wie bei einem Flugzeug hat, muss der schräg einfallende Wind auf der ihm abgewandten Seite einen längeren Weg zurücklegen. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der das Schiff nach vorne zieht.“ Bis zu 19 Knoten schnell soll der Frachter sein – das entspricht der Geschwindigkeit herkömmlich angetriebener Schiffe.

Doch was passiert, wenn Vindskip – so der Name des patentgeschützten Schiffstyps – in eine Flaute gerät? Auch dafür ist vorgesorgt: Für windschwache Passagen und zum Einhalten einer konstanten Geschwindigkeit ist das Schiff mit einem umweltfreundlichen und kosteneffizienten Antrieb für flüssiges Erdgas (englisch: Liquid Natural Gas, kurz LNG) ausgestattet. Mit der Kombination aus Wind und verflüssigtem Erdgas soll der Treibstoffverbrauch nach Berechnungen des Norwegers nur 40 Prozent des Verbrauchs eines herkömmlichen Schiffs betragen. Bei den Abgasen rechnet er sogar mit Einsparungen bis zu 80 Prozent.

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