Fraunhofer-Experte

„Brennende Windräder keine größere Gefahr“

Immer wieder gibt es spektakuläre Bilder von brennenden Windrädern. Ein Löschen der Brände ist unmöglich, die Feuerwehr steht meist hilflos daneben. Experten halten die Gefahr solcher Feuer jedoch für gering.
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Die Feuerwehr kann nur zuschauen: Brand eines Windkraftwerkes in Sachsen-Anhalt am Sonntag. Quelle: dpa

Die Feuerwehr kann nur zuschauen: Brand eines Windkraftwerkes in Sachsen-Anhalt am Sonntag.

(Foto: dpa)

Düsseldorf1,2 Millionen Euro – so hoch wird der Schaden eingeschätzt, den die Flammen vergangenen Sonntag an einem Windrad in Sachsen-Anhalt verursachten. Grund für den Brand am meterhoch gelegenen Herz der Anlage war wohl ein durch heftige Sturmböen defekter Generator. Die Feuerwehr musste hilflos zusehen – nicht zum ersten Mal.

„Es gibt weltweit keine Drehleiter, die in solche Höhen kommt“, erklärt Andreas Reuter, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Bremerhaven. Dass sich die Feuerwehrleute besser vorbereiten können auf solche Situationen, glaubt Reuter nicht. „So oft passieren solche Brände auch nicht. Es brennt ungefähr ein bis zwei Mal im Jahr ein Windrad, mit abnehmender Tendenz.“

Dennoch, wenn sie passieren, sind die Bilder spektakulär. Beim Windrad in Sachsen-Anhalt sei der Maschinenraum vollständig ausgebrannt und ein Rotorblatt brennend in die Tiefe gestürzt, berichtet die örtliche Feuerwehr. Brennende Teile seien mehrere hundert Meter weit geflogen.

Doch Fraunhofer-Experte Reuter beruhigt. Bei der Installation der Anlagen müsse stets ein Sicherheitsabstand zwischen den Windrädern eingehalten werden, ein Übergriff der Flammen sei also nicht möglich. Selbst in Waldgegenden sei ein Brand ungefährlich, da die Fläche unter den Anlagen gerodet werden müsse. „Von brennenden Windrädern geht keine größere Gefahr aus, solange der Brand von Feuerwehrleuten überwacht wird“, sagt Reuter. Die Betreiber der Anlagen seien ihrerseits vor Brandschäden mit Versicherungen abgesichert.

Kritischer sahen es am Sonntag die Feuerwehrleute, die den Einsatz in Sachsen-Anhalt verantworteten. So sei die „Witterung und die Jahreszeit auf Seite der Feuerwehr“ gewesen, hieß es. „Hätte es im Sommer und vielleicht bei einem bestellten Getreideacker gebrannt, wäre ein Großbrand die Folge gewesen“, teilten die Einsatzkräfte mit.

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13 Kommentare zu "Fraunhofer-Experte: „Brennende Windräder keine größere Gefahr“"

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  • Ich stimme Ihnen zu! Das HB hat einen Ruf zu verteidigen! Hier auf HB-Online verlieren sich viele User, die nie und nimmer die Printausgabe bzw. die Printausgabe-Online lesen würden. Die profitieren von einem kostenlosen Angebot, das querfinananziert wird und lassen die Sau raus! Ich erwarte dann allerdings auch von HB-Online Qualität und Überparteilichkeit! Also : Nur Mut!

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  • "Umwelt zerstörenden Windkraft"

    ... is wohl scho wieder Fasching...

    Die meisten Flug-Viecher bleiben demnach einfach an der Stromleitung hängen. (wie an jeder baulichen Anlage - egal welches Kraftwerk, Mast, Hochhaus etc.)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage#Vogel-_und_Fledermausschlag


    Die einzige Problematik der Erneuerbaren ist die falsche Finanzierung.
    Kohle und Atomkraft werden über die Steuern subventioniert - die Erneuerbaren über eine "pro Kopf" Umlage.

    "Wieso" das so ist, sollte eigentlich jedem der auf drei zählen kann sofort klar sein ...

  • Ungefährlich?
    Die ganzen Aufbauten und die Rotorblätter sind doch aus Kohlefaser und in den Getrieben ist mit Sicherheit jede Menge Getriebeöl. Ich möchte nicht wissen, wie viel Dioxin und andere Schadstoffe bei so einem Brand entstehen, bzw. bei den heruntergefallenen Teilen im Boden versickert sind.
    Richtig schön ungefährlich....ist aber egal...
    Hauptsache "green energie"!

  • ----------- „Hätte es im Sommer und vielleicht bei einem bestellten Getreideacker gebrannt, wäre ein Großbrand die Folge gewesen“---------

    Klar, ein brennendes Getreidefeld ist ein Großbrand.
    Die sollten sich mal bei der Feuerwehr in in der USA, Australien und in Mittelmeerländern erkundigen was ein Großbrand ist.

    Kommt eben immer auf den Tellerrand an über den man blickt ;)

  • Zitat: "Die verbalen Tiefschläge im HB-Forum nehmen ein schier unerträgliches Ausmaß an und werfen letztlich auch ein schlechtes Licht auf das HB!"

    Ich verstehe auch nicht, warum das HB die abseits jeder Nettiquette stehenden Beiträge nicht VOR Veröffentlichung aussortiert. Forenbeiträge, die sich ausschließlich aufs Beleidigen und Anpöbeln des Autors, anderer Kommentatoren bzw. öffentlicher Personen beschränken, werden überhaupt nicht erst geschrieben, wenn der Schreiber sicher ist, seinen Beitrag nicht eine einzige Sekunde lang veröffentlicht zu sehen.

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  • Brennende WEAs würde ich nicht so einfach als "ungefährlich" abtun wollen. Bei einem Stückpreis von 1,2 Millionen Euro sollten auch noch 10.000 oder 20.000 Euro für eine automatische Löschanlage oder ein geeigneter Überhitzungsschutz drin sein.

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