Fraunhofer-Experte
„Brennende Windräder keine größere Gefahr“

Immer wieder gibt es spektakuläre Bilder von brennenden Windrädern. Ein Löschen der Brände ist unmöglich, die Feuerwehr steht meist hilflos daneben. Experten halten die Gefahr solcher Feuer jedoch für gering.
  • 13

Düsseldorf1,2 Millionen Euro – so hoch wird der Schaden eingeschätzt, den die Flammen vergangenen Sonntag an einem Windrad in Sachsen-Anhalt verursachten. Grund für den Brand am meterhoch gelegenen Herz der Anlage war wohl ein durch heftige Sturmböen defekter Generator. Die Feuerwehr musste hilflos zusehen – nicht zum ersten Mal.

„Es gibt weltweit keine Drehleiter, die in solche Höhen kommt“, erklärt Andreas Reuter, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Bremerhaven. Dass sich die Feuerwehrleute besser vorbereiten können auf solche Situationen, glaubt Reuter nicht. „So oft passieren solche Brände auch nicht. Es brennt ungefähr ein bis zwei Mal im Jahr ein Windrad, mit abnehmender Tendenz.“

Dennoch, wenn sie passieren, sind die Bilder spektakulär. Beim Windrad in Sachsen-Anhalt sei der Maschinenraum vollständig ausgebrannt und ein Rotorblatt brennend in die Tiefe gestürzt, berichtet die örtliche Feuerwehr. Brennende Teile seien mehrere hundert Meter weit geflogen.

Doch Fraunhofer-Experte Reuter beruhigt. Bei der Installation der Anlagen müsse stets ein Sicherheitsabstand zwischen den Windrädern eingehalten werden, ein Übergriff der Flammen sei also nicht möglich. Selbst in Waldgegenden sei ein Brand ungefährlich, da die Fläche unter den Anlagen gerodet werden müsse. „Von brennenden Windrädern geht keine größere Gefahr aus, solange der Brand von Feuerwehrleuten überwacht wird“, sagt Reuter. Die Betreiber der Anlagen seien ihrerseits vor Brandschäden mit Versicherungen abgesichert.

Kritischer sahen es am Sonntag die Feuerwehrleute, die den Einsatz in Sachsen-Anhalt verantworteten. So sei die „Witterung und die Jahreszeit auf Seite der Feuerwehr“ gewesen, hieß es. „Hätte es im Sommer und vielleicht bei einem bestellten Getreideacker gebrannt, wäre ein Großbrand die Folge gewesen“, teilten die Einsatzkräfte mit.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Fraunhofer-Experte: „Brennende Windräder keine größere Gefahr“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich stimme Ihnen zu! Das HB hat einen Ruf zu verteidigen! Hier auf HB-Online verlieren sich viele User, die nie und nimmer die Printausgabe bzw. die Printausgabe-Online lesen würden. Die profitieren von einem kostenlosen Angebot, das querfinananziert wird und lassen die Sau raus! Ich erwarte dann allerdings auch von HB-Online Qualität und Überparteilichkeit! Also : Nur Mut!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%