Fukushima Grundwasser am Katastrophen-Reaktor verseucht

Die japanische Regierung hat sich in das Krisenmanagement am havarierten AKW Fukushima eingeschaltet. Dort steigt atomar verseuchtes Grundwasser an die Oberfläche und droht ins Meer zu fließen.
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Wassertanks am AKW Fukushima. Die Speicher für kontaminiertes Wasser sind zu 85 Prozent gefüllt. Quelle: dpa

Wassertanks am AKW Fukushima. Die Speicher für kontaminiertes Wasser sind zu 85 Prozent gefüllt.

(Foto: dpa)

TokioDie japanische Regierung will dem Betreiber des Unglückskraftwerkes Fukushima beim Kampf gegen atomar verseuchtes Grundwasser helfen. Das Land müsse dem Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco) seine Hilfe anbieten, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Tokio. Ministerpräsident Shinzo Abe werde dafür Sofortmaßnahmen anordnen.

Das radioaktiv verseuchte Grundwasser am Atomkraftwerk Fukushima hat offenbar eine unterirdische Barriere überwunden und droht ins Meer zu laufen. Die Zeitung „Asahi“ hatte am Wochenende berichtet, das Wasser könne innerhalb der kommenden drei Wochen an die Oberfläche treten.

Tepco muss demzufolge jeden Tag 100 Tonnen Wasser abpumpen, um den Abfluss in den Ozean zu verhindern. Das Unternehmen wisse aber nicht wohin mit der Menge. Die Speicher, die 380.000 Tonnen Wasser aufnehmen können, seien zu 85 Prozent gefüllt.

Nach Einschätzung von Shinji Kinjo von der japanischen Atomaufsichtsbehörde ist das Bewusstsein für die Krise bei Tepco nur gering ausgeprägt. Deswegen könne man die Firma mit dem Kampf gegen die Katastrophe nicht alleinlassen. „Im Moment liegt eine Notfall-Situation vor“, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Noch ist unklar, welche unmittelbare Gefahr durch die Freisetzung des verseuchten Grundwassers droht. Nach der Reaktorkatastrophe 2011 hatte die Regierung Tepco erlaubt, als Notfall-Maßnahme Zehntausende Tonnen radioaktives Wasser in den Pazifik zu kippen. Laut Tepco gelangten seit der Havarie des Atomkraftwerks vor knapp zweieinhalb Jahren 20 bis 40 Billionen Becquerel des radioaktiven Stoffs Tritium ins Meer.

In dem Atomkraftwerk war es im März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur Kernschmelze gekommen. Die Katastrophe war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986.

  • rtr
  • afp
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23 Kommentare zu "Fukushima: Grundwasser am Katastrophen-Reaktor verseucht"

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  • Gucken Sie mal hier, da werden Sie geholfen:
    "Hilfe, Altmaier strahlt!"
    Im Übrigen, lesen Sie intensiv die Kommentare von "vandale", Sie können noch ein wenig lernen, vorausgesetzt Sie haben den Lernprozess noch nicht abgeschlossen. Ansonsten bekommen Sie auch viel Wissen bei "Eike".

  • Es ist relativ einfach in diese Paralellwelt einzutauchen. Manchmal reicht es das Englische/Französische Wikipedia anstelle des Deutschen aufzusuchen, oder die BBC Nachrichten anstelle des Deutschen Staatsfernsehens zum Thema Fukushima anzusehen.

    Es efordert nicht unbedingt technisch komplexer Fachzeitschriften und Berichte oder Kenntnisse im Strahlenschutz.

    Vandale

  • Hi Dilling ...ein jeder toter Mensch ist einer zuviel.

    Wenn man betrachtet, dass in der Ukraine jährlich 1000ende im Kohlebergbau im Donezkbecken an Staublunge sterben, ist das eine recht riskante Technik. Deshalb baut man in der Ukraine wiederum Kernkraftwerke.

    In Deutschland sterben jährlich Dutzende Menschen bei der Wartung von Solaranlagen und bei Windmühlen. Diese stellen lediglich wertlosen Zufallsstrom her. Meines Erachtens sollte man die Risikotechnologien Meereswindmühlen und Solardachanlagen etwas genauer betrachten.

    Vandale

  • @maddin
    Richtig. Es ist eine Unverschämtheit, dass Leute von Greenpeace immer als DIE Experten angesehen werden. Ein Mitbegründer von Greenpeace Deutschland ist dort später ausgetreten, u.a. weil seine Kollegen Chlor verbieten wollten....
    Um der Meinungsfreiheit Rechnung zu tragen, sollen von mir aus auch Greenpeace-Leute zu Wort kommen, aber bitte immer gleichzeitig mit einem, der eine andere Meinung vertritt.

  • Was unternimmt die japanische Regierung im konkreten Fall Fukishima,da Tepco hilflos erscheint? 300to täglich-das ist unerträglich für unseren Planeten!
    "Earth is flat,pigs can fly,nuclear power is safe".Weiter so dann haben wir nicht mehr lange Zeit,es relativieren sich auch alle anderen Probleme zu einem GAU.

  • Nunja, jeder sollte eine eigene Meinung haben dürfen, auch wenn ich sie nicht teile.

    Man kann sich leicht als Befürworter für eine Sache hinstellen, wenn man sie nicht selbst ausbaden muss.

  • Ich würde mir gerne eine Antwort verkneifen, aber obgleich dieser gnadenlos, desinformierten Kommentaren kann ich nicht anders!
    Erstens, ich bezweifle das Tote Menschen leiden (beziehe mich auf die Opfer der Naturkatastrophe)!
    Ergo habe ich keine Tränen für die bereits Verstorbenen, jene die jetzt in diesem Moment, Becquerel für Becquerel verseucht werden und deren Nachkommen körperlich und/oder geistig beeinträchtigt geboren werden, haben schon eher mein Mitleid.
    Tatsache ist, das Tschernobyl immer noch strahlt, es handelt sich um eine offene Baustelle die noch Generationen zur „Kasse“ bitten wird (bis Dato konnten für den zweiten Sarkophag nur 800 Millionen Euro aufgebracht werden, es fehlen noch 700 Millionen Euro, wenn Russland die Kosten nicht übernimmt, wird es wohl Europa tun müssen!).
    Es sollte nicht allzu schwer sein, sich auszurechnen was Fukushima allein finanziell in Anspruch nehmen wird.
    Zweitens, atomare Strahlung darf man sich nicht wie den Todesstrahl in einem Comic vorstellen! Die Folgen dieser, werden erst im Laufe der Zeit sichtbar!
    Bitte einfach mal informieren, Kinder lernen das bereits in der Schule (Bikini-Atoll, Hiroshima, Tschernobyl und jetzt eben auch Fukushima)
    Drittens, in Russland als auch in Japan konnte man „Freiwillige“ in hochradioaktiv verseuchte Kraftwerke schicken!
    Nun stellen wir uns doch mal die Frage, wenn würden wir hier in Deutschland dazu überreden können?
    Außer natürlich den Kommentatoren, die hier so abwiegeln!

  • Tschernobyl wobei lediglich bei letzterem einige Dutzend Menschen Opfer geworden sind ...

    @Vandale
    Eine interessante Parallelwelt in der Sie da leben, Schade das sie auch nichts, aber rein Garnichts mit unserer gemein hat.

  • Wenn selbst beim grössten anzunehmenden Unfall niemand zu Schaden kommt, ist das ein Grund zum Umdenken...

    @Vandale

    Und Tschernobyl ist nach Ihrer gewöhnungsbedürftigen Lesart dann was? Auch ein Grund zum Umdenken?

  • in keinem anderen Land gibt es solch panische Reaktionen sobald auch nur ATOM genannt wird. Am Tag nach dem Unfall wurde bei den Tagesthemen ein "Atomexperte von Greenpeace" interviewt. Er meinte, "wenn es zur Kernschmelze kommt ist das das Ende". Jetzt hatten wir 3 und immer noch keine Toten. Und es wird auch keine geben.

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