Fukushima

Rekordstrahlung an Unglücks-AKW gemessen

An der Atomruine Fukushima Daiichi ist an Tanks ein neuer Strahlenhöchstwert gemessen worden. Die radioaktive Strahlung ist so intensiv, dass sie einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden töten würde.
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Tödliche Strahlung in Fukushima

TokioDie radioaktive Strahlung rund um die kontaminierten Wassertanks am japanischen Katastrophen-AKW Fukushima steigt unaufhörlich. Sie habe sich um mehr als ein Fünftel auf den neuen Höchstwert von 2200 Millisievert verstärkt, teilte die Atomaufsichtsbehörde in Tokio am Mittwoch mit.

Erst am Samstag war die Strahlung auf 1800 Millisievert gestiegen – eine Dosis, die einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden tötet. Der neue Höchstwert jetzt wurde an einem der Tanks für verstrahltes Kühlwasser entdeckt. Die Behälter fangen kontaminiertes Wasser aus den vor zwei Jahren havarierten Reaktoren auf.

Der Fukushima-Betreiber Tepco hatte im August zunächst erklärt, dass lediglich einer der Tanks ein Leck aufweise. Es seien rund 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Später wurde ein weiteres Leck bekannt.

„Wir müssen uns über die Folgen für das Grundwasser Sorgen machen“, sagte Hiroaki Koide von der Universität Kyoto. Tepco muss derzeit mehr radioaktives Wasser lagern als in 130 Schwimmbecken mit Olympia-Maßen passen würde. Das Wasser wurde kontaminiert, nachdem es zur Kühlung der geschmolzenen Brennstäbe verwendet wurde.

Doch die Tanks sind nicht stabil und stellen seit ihrer Errichtung vor zwei Jahren ein Problem dar. Die Regierung will deshalb mit Maßnahmen für umgerechnet 360 Millionen Euro die Lecks schließen, verseuchtes Wasser auffangen und die Strahlenbelastung verringern.

Die anhaltenden Probleme am Atomreaktor Fukishima wirken sich auch auf die Position Japans im Weltrisikobericht aus. Nach Platz 16 im Vorjahr hat sich das Land in diesem Jahr auf Platz 15 verschlechtert, wie aus dem am heutigen Mittwoch in Bonn vorgelegten Bericht hervorgeht. Japan gehört damit zu der 34 Länder umfassenden höchsten der fünf Risikogruppen.

Hauptgrund für die Entwicklung ist die deutlich verschlechterte Bewertung des japanischen Krisenmanagements. Die Autoren des Berichts werten das als Ausdruck des Vertrauensverlustes der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Fukushima-Krise. Deutschland liegt unverändert auf Platz 146 der 173 bewerteten Länder und gehört damit zur niedrigsten Risikoklasse.

  • dpa
  • rtr
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22 Kommentare zu "Fukushima: Rekordstrahlung an Unglücks-AKW gemessen"

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  • Fukushima als "Atomruine" zu bezeichnen ist Übertreibung. Seitens TEPCO wurde einige Zeit überlegt, nicht nur das naheliegende und komplett unbeschädigte Fukushima-Daini Kraftwerk, sondern auch die neueren Blöcke 5 und 6 von Fukushima-Daiichi wieder hochzufahren.

    Diese Pläne wurden unter westlichem Druck aufgegeben, aber so könnte eigentlich eine sinnvolle Vorgehensweise aussehen, wenn der Westen seine antinukleare Paranoia aufgeben würde. Auch Tschernobyl lief noch bis ins Jahr 2000 und produzierte riesige Mengen wertvollen Stroms (verglichen mit den Erneuerbaren), und wurde nur auf politischen Druck der EU abgeschaltet.

  • Was für ein Blödsinn...

    Gehen Sie doch nach Fukushima und kaufen Sie sich da ein schönes Häusschen. Dürfte seeehr billig zu haben sein.

  • Logisch Herr Experte.
    Darum ist die Strahlendosis weniger Stunden in Fukushima tödlich, also man stirbt (kein Interpretationsspielraum).
    Ein Sonnenbad ohne Creme führt zu einem Sonnenbrand und erhöht das Hautkrebsrisiko.
    Vorsicht im Schwarzwald - eventuell fallen Sie dort von der Scheibe. Dort ist ja bestimmt das Ende der Welt und eine ideale Atommülldeponie. Bei der Radioaktivität dort fällt der strahlende Müll gar nicht auf wenn man ihn schön verteilt.
    Oder in Ihrem Garten?

  • An Alle Anti-Kernkraftgegner und Panikschürer.

    Wer von "gefährlicher" Strahlung spricht, der sollte sich nicht soviel Gedanken über die harmlosen Kernkraftwerke machen. Der sollte sich lieber beim nächsten Sonnen-Fusion-Strahlungsbad auf seiner Liegewiese oder Liegestuhl Gedanken darüber machen, dass Er oder Sie sich auch richtig gut und ausreichend mit Sonnencreme vor den Sonnen-Fusions-Strahlen geschützt hat. Ansonsten erhöht sich das Risiko an Hautkrebs zu erkranken mit jedem neuen Sonnenbrand (Strahlungs-Verbrennung).
    Übrigends bekommen wir nicht nur die Strahlung von unseren Sonnen-Fusions-Reaktor, sondern auch von unseren Erdkern-Atomspaltungs-Reaktor ab. Die ablaufenden Kernspaltung im Erdinnern bringt Wärmestrahlung in Form von Vulkanen an die Erdoberfläche. Und dadurch gelangt auch radioaktives Material in die Erdkruste und an die Erdorberfläche. Uran ist ja nichts weiter als ein hochwertiger Energiewertstoff, der aus der Kernspaltung im Erdinnern für uns modernen Menschen als "unendliche" Energiequelle vorgesehen ist.
    Somit regt euch nicht über die Nichtigkeit von Kernkraftwerken auf, sondern freut euch, dass es diese Kernkrafttechnik bzw. Kernkraftwissen für uns Menschen gibt! Dieses Wissen bringt uns erst den nötigen und wichtigen Wohlstand und Fortschritt um auf diesen Planten einigermaßen gut zu überleben.
    Wie gesagt, die Erde ist von jeher mit radioaktiven Material über- und durchzogen. Wir Menschen leben so zu sagen auf einen Radioaktiven Planeten. Das Leben an sich ist atomatisiert. Erde und Sonne sind beides Kernfusions- bzw. Kernspaltungs Reaktoren. Habt ihr das jetzt endlich verstanden, wie unsinnig EUER Kampf gegen das bisschen menschlichen Kernkraftwissen Wohlstand ist im Gegensatz zu den natürlichen Ausmaßen von Strahlung und Radioaktivität. Eure ganze Umwelt ist von natürlicher Strahlung und Radioaktivität durchtränkt! Im Schwarzwald mehr als in Fukushima. Danke für eure Aufmerksamkeit!

  • Die so angeblich schlauen Japaner stehen kurz davor sich ins Nirvana zu vertrahlen! Sollte das Grundwasser verseucht werden können sie die halbe Insel evakuieren!

    Gegen Dummheit und Gier ist halt kein Kraut gewachsen!
    Das sollen sich mal alle Atomstrom-Befürworter zu Herzen nehmen!
    Wenn es soweit kommt, dann können ja diese Verfechter des Wahnsinns die obdachlosen Japaner bei sich aufnehmen!

  • Mit Polemik wird man dem Problem nicht gerecht.
    Man kann tatsächlich für € 60,- mit dem Bus bis auf 200m an den Sarkophag heran. Bei mir zu Hause liegt so ein Prospekt...

    Das dies möglich ist, macht doch diese Katastrophe nicht besser, aber es ist eine Tatsache. Genau wie:
    - dass jeden Tag einige Tausend Ingenieure am Sarkophag arbeiten.
    - das sich die Natur in den beiden Kernzonen überraschend schnell erholt hat; allerdings überwiegend zur Zuwanderung aus weniger geschädigten Regionen...
    - das flussabwärts die Kiewer Stadtbäder am Dnepr (in den der Pripjat fließt) voll sind.

    Aber mit den Folgen des 26.4.1986 wird das Land noch über Generationen zu kämpfen haben...

  • Die einstigen Evakuierungszonen rund um Tschernobyl sind seit langem wieder wild besiedelt worden. Zu Beginn der 90er Jahre hat man im Osten der Evakuierungszone eine neue Stadt, Slavutich, für die Beschäftigten gebaut. Seit ein paar Jahren bemühen sich Weissrussland und die Ukraine um Kredite der Weltbank um die zerstörte Infrastruktur der Gegend wieder aufzubauen.

    Ich habe nirgends aktuelle Gammastrahlenwerte, oder aktuelle Nuklidkarten aus der Region gefunden (ich werde diesbezüglich nachfragen). Sicher ist dass die Strahlung örtlich stark schwankt. Sicher ist, dass die radioaktiven Nuklide, insbesondere 137Cs mittlerweile tief in den Boden eingewaschen wurden. Sicher ist, dass Zigarettenrauchen wesentlich gefährlicher ist als ein Aufenthalt in dieser Region.

    Vandale

  • Immer noch 10% der geschossenen Wildschweine nicht für den Verzehr geeignet! Mehr als 600 Bequerel, höchste Werte über 4500 Bequerel. Und das Jahrzehnte nach Tschernobyl. Das wird erst in 100 Jahren vorbei sein!

    Das Schweinefleischverbot im vorderen Orient macht seit der amerikanischen Uran-Munition übrigens wieder richtig Sinn!

  • @Mr Hoffmann
    Ich weiss nicht welcher Gehirnwäsche man Sie unterzogen hat, jedenfalls war sie effektiv.

    Ich empfehle mal die Bild Zeitung wegzulegen und sich auf Inhaltsreichere Literatur zu konzentrieren.

    Kleiner Fakt am Rande der Ihnen sicher nicht bekannt ist: Auch heute noch müssen alle geschossenen Wildschweine auf deren Radioaktive Belastung untersucht werden und ein Großteil muss vernichtet werden, da die Belastung über den Grenzwerten liegt.

    Komisch auch, dass nach wie vor nicht um Tschernobyl herum die Dörfer wieder bezogen werden dürfen.
    Wahrscheinlich weil sie als Urlaubsregion umfunktioniert wurde.....

    Herr gib dem Kerl ein wenig Intellekt zurück

  • Es ist schon unglaublich, wie Gefahren heruntergespielt werden.
    Fakt ist, dass über Jahre die Atomkraft hochgehalten wurde. Und wieso? Weil der Strom billig war, und wieso war dieser billig? Weil die AKW Betreiber nur die laufenden Kosten berücksichtigen, nicht aber die für eine Risikovorsorge. Dadurch kam und kommt es zu einer Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Risiken und den damit verbundenen Folgekosten wie in Tschernobyl, den Asse Lager und Fukushima eindrucksvoll zu sehen ist. In allen Fällen zahlt die Bevölkerung nicht nur realwirtschaftlich finanziell sondern auch mit ihren Gesundheitsauswirkungen.
    Und die Politik schafft es nach wie vor über Arbeitsplätze und ähnliches zu debattieren. Ja, wir sollten hier nicht die AKWs abschalten und dann den Strom aus AKWs der Nachbarländer beziehen, aber NEIN, wir sollten nicht mit Atomstrom weitermachen, denn die Folgekosten eines GAUs (den Supergau gibt des per definitionem nicht) ist weder volkswirtschaftlich noch umweltpolitisch vertretbar, aber bei einem weiteren Betreiben von AKWs leider immer im Risikopotential.

    Die Kosten für das akute Krisenmanagement (welches auch für Tschernobyl noch gilt) sind nachlesbar und sollten definitiv in der Diskussion mit ins Kalkül gezogen werden.

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