G8-Gipfel
Klimavereinbarung: Fortschritt oder armselig?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die beim G8-Gipfel beschlossene Halbierung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 als einen „bedeutenden Fortschritt“ gewürdigt. Kritiker sehen das allerdings ganz anders.

TOYAKO. Merkel betonte, die sieben führenden Industrieländer und Russland (G8) könnten das Problem der Treibhausgas-Emissionen nicht alleine bewältigen. Die G8 wollten mit den fast 200 an den Uno-Gesprächen beteiligten Staaten auf das Halbierungsziel hinarbeiten. Dazu sei auch die Festlegung von Zwischenzielen nötig.

Die Staats- und Regierungschefs der G8 hatten sich zuvor bei ihrem Gipfel zum Ziel einer Halbierung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 im Rahmen der Uno-Klimaschutzverhandlungen bekannt.

Am Rande des Treffens im japanischen Toyako sagte Merkel, die G8 hätten mehr erreicht als ein Jahr zuvor beim Gipfel in Heiligendamm. „Gemessen an den wackeligen Texten aus dem vergangenen Jahr ist das ein deutlicher Fortschritt“, sagte Merkel. Der Beschluss der Staats- und Regierungschefs sei ein klarer Auftrag, bei der Uno-Klimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen zu einem Abschluss zu kommen. Dabei müssten die reichen Industriestaaten größere Verantwortung übernehmen. „Ich verschweige nicht, dass wir bis Kopenhagen noch viele harte Verhandlungen haben werden“, sagte Merkel.

Die Umweltschutzorganisation WWF kritisierte die Klimaschutz-Beschlüsse des G8-Gipfels. Die Staats- und Regierungschefs drückten sich vor ihrer Verantwortung beim Kampf gegen den Klimawandel, erklärte der WWF am Dienstag.

Mit 62 Prozent der CO2-Emissionen in die Erdatmosphäre trügen die G8-Staaten die Hauptverantwortung für den Klimawandel und stellten den größten Teil des Problems dar. Dass sie nicht zu ihrer historische Verantwortung für den Klimawandel stünden, sei „armselig“. Gleiches gelte auch für die mangelnden Fortschritte, die beim Klimaschutz gemacht würden.

Auch den Schwellenländern gingen die Klimaschutz-Beschlüsse der G8-Staaten nicht weit genug. China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko forderten alle Industriestaaten am Dienstag auf, ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu verringern.

Bis 2020 sollten die Emissionen bereits um 25 bis 40 Prozent unter das Niveau von 1990 gedrückt werden. Ferner sollten die reichen Länder 0,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungsländer bereitstellen, um diesen zu helfen, sich auf den Klimawandel besser einzustellen.

Zuvor hatte der weltgrößte Klimasünder USA erstmals den Widerstand gegen verbindliche Ziele im Kampf gegen die Erderwärmung aufgegeben. Ein halbes Jahr vor Ende seiner Amtszeit stimmte US-Präsident George W. Bush auf dem G8-Gipfel einer Reduzierung des Ausstoßes schädlicher Treibhausgase zu.

US-Präsidentenberater Dan Price druckste allerdings dennoch herum, als ein Reporter fragte, welche konkreten Auswirkungen denn die G8-Schlusserklärung zur Klimafrage für die USA habe.

Seite 1:

Klimavereinbarung: Fortschritt oder armselig?

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%