Gastkommentar
Wir haben die Zukunft des Klimas in der Hand

In den nächsten Jahrzehnten müssen wir unsere Produktion so umstellen, dass sie klimaneutral wird´- zuerst die reichsten Staaten. Die Poltik muss den Rahmen setzen, aber auch die Unternehmen sind gefordert.
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Es ist bald drei Jahre her, dass der 4. Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) die Weltgemeinschaft aufrüttelte: Der Klimawandel schreitet deutlich schneller voran als bis dahin angenommen. Aber noch immer nimmt die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu, und auch die Wirtschaftskrise wird diese Entwicklung kaum bremsen. Die Wissenschaft hat zahlreiche Belege dafür erbracht, dass die Auswirkungen ungebremsten Klimawandels gravierender wären und schneller einträten, als Gesellschaften sich daran anpassen könnten. Kurzum: Es ist Zeit zu handeln.

Wir müssen die Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzen, wenn wir ihre Folgen beherrschbar halten wollen. Jenseits der Zwei-Grad-Marke drohen gewaltige Veränderungen. So würde, um nur ein Beispiel zu nennen, das Grönlandeis wohl komplett abschmelzen. Die Küstenlinien, die wir heute kennen, würden aufgrund des steigenden Meeresspiegels verschwinden. Dies gilt auch für Deutschland. Man muss wissen: 20 Prozent der Weltbevölkerung leben küstennah, und ein großer Teil der Weltwirtschaftsleistung wird dort generiert.

Um solche Auswirkungen doch noch zu verhindern, müssen die Treibhausgasemissionen bis Mitte des Jahrhunderts weltweit um mehr als 50 Prozent gegenüber 1990 sinken. Für die Industriestaaten bedeutet das Reduktionen um 80 bis 90 Prozent. Am Potsdam für Klimafolgenforschung-Institut (PIK) wurde berechnet, dass weltweit zwischen 2000 und 2050 noch maximal eine Billion Tonnen CO2 emittiert werden darf. Derzeit liegen die Emissionen bei etwa 36 Milliarden Tonnen pro Jahr. Seit der Jahrtausendwende haben wir also bereits ein Drittel des Kontingents verbraucht, das uns bis 2050 zur Verfügung steht. Bleibt der Ausstoß auf diesem Niveau, ist das Budget in spätestens 20 Jahren ausgeschöpft.

Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Es gilt, den gesamten industriellen Metabolismus innerhalb weniger Jahrzehnte klimaneutral zu gestalten. Diesen Prozess müssen wir mutig angehen, in der Hoffnung, dass er die nötige Eigendynamik entwickelt, um alle Kräfte weltweit zu mobilisieren.

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Kommentare zu " Gastkommentar: Wir haben die Zukunft des Klimas in der Hand"

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  • @ backermeisterbullerjahn (8)

    „.......wenn nach einiger Zeit die Wahrheit ans Licht kommt, emotional fest an das glauben, was ihnen die Propaganda eingehämmert hat, und sich kaum noch davon lösen können.“

    Dieses Verhaltensmuster läßt sich gut bei der „bewältigung unserer Vergangenheit“ beobachten.

  • Selbst wenn heute jemand käme, der nachweisen würde, daß der Klimawandel nicht menschengemacht ist, würde man ihm nicht glauben.
    Der amerikanisch Autor,Paul Craig Roberts, (unter Reagan Staatssekretär)zitiert zum Phänomen, daß die Amerikaner, auch als es nachgewiesen war, daß Saddam HUSSEiN nicht hinter den Anschlägen von 11. September steckte, noch immer glaubten, daß er der Schuldige gewesen war:
    "in "Mein Kampf" untersucht Hitler die Glaubwürdigkeit der großen Lüge im Vergleich mit der kleinen Lüge. „in der primitiven Einfalt ihres Gemütes fallen die Menschen einer großen Lüge leichter zum Opfer als einer kleinen, da sie selber ja wohl manchmal im kleinen lügen, jedoch vor zu großen Lügen sich doch zu sehr schämen würden. Eine solche Unwahrheit wird ihnen gar nicht in den Kopf kommen, und sie würden an die Möglichkeit einer so ungeheuren Frechheit der infamsten Verdrehung auch bei anderen nicht glauben können, ja selbst bei Aufklärung darüber noch lange zweifeln und schwanken und wenigstens irgendwelche Ursache doch noch als wahr annehmen.“ (Eine Erkenntnis, die Hitler dann selbst beim Reichstagsbrand ausnutzte, Anm. Red.)

    Die Soziologen und Hitler wollen uns sagen, dass die Leute selbst dann, wenn nach einiger Zeit die Wahrheit ans Licht kommt, emotional fest an das glauben, was ihnen die Propaganda eingehämmert hat, und sich kaum noch davon lösen können. Es ist für sie bequemer, die Verkünder der Wahrheit als die entlarvten Lügner abzulehnen."
    http://www.hintergrund.de/20091007509/hintergrund/11.-september-und-die-folgen/warum-propaganda-die-wahrheit-%C3%bCbertrumpft.html

    Dem ist wohl nichts hinzuzufügen

  • @ piano man (6)

    „Ganze Heerscharen renommierter Wissenschaftler, die vollkommen andere Auffassungen zum Klimawandel vertreten, werden von der Politik weder mit Gutachten beauftragt noch sind die im Klimarat vertreten. Deren Sichtweisen werden von der Politik, der UNO und der politisch korrekten Presse vollkommen ausgeblendet.“

    Genau so ist es. Sie wechseln sogar in ausländische Universitäten um dort von der Politik nicht in ihrer Forschungsarbeit behindert zu werden. Gehört werden sie allerdings dann auch nicht. Politiker scheinen sehr einfach gestrickt zu sein, sie laufen den Gurus hinterher und erklären dem Volk deren Meinung ohne sie zu hinterfragen um sich selbst Klarheit zu verschaffen.

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