Gefährdete Art Ein Leben ohne Bananen?

Nach dem Apfel ist die Banane die liebste Frucht der Deutschen. Doch ein Pilz bedroht die beliebteste Sorte, und der Anbau in Monokulturen macht die Frucht anfällig für Epidemien. Steht uns ein Leben ohne Banane bevor?
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Ein Pilz gefährdet die weltweit gängigste Bananensorte. Quelle: dpa
Fruchtkorb bald ohne Bananen?

Ein Pilz gefährdet die weltweit gängigste Bananensorte.

(Foto: dpa)

RomKaum ein Obst erfreut sich so großer Popularität wie die Banane. Nach dem Apfel ist sie die liebste Frucht der Deutschen. Rund ein Dutzend Kilo isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Doch der Exportschlager könnte in absehbarer Zeit aus dem Supermarkt verschwinden. Denn Pilzbefall bedroht die weltweit gängigste Sorte „Cavendish“, die in den Industriestaaten fast alle Bananen-Regale füllt. Ein für den Massenanbau tauglicher Ersatz ist nicht in Sicht.

Dabei ersetzte die Cavendish einst selbst die bis in die 1960er Jahre vertriebene Sorte „Gros Michel“, die von der Panamakrankheit dezimiert wurde. „Cavendish“ ist zwar resistent gegen den Pilzstamm TH1, der „Gros Michel“ heimgesucht hatte, kann sich aber des Stammes TH4 nicht erwehren. Schuld an der verheerenden Auswirkung des Krankheitsbefalls ist der Anbau in Monokulturen.

Das essen die Deutschen
Lebensmittel im Supermarkt
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Viele Deutsche haben kein Idealgewicht – und das hat auch damit zu tun, was sie sich in den Einkaufswagen legen. Zu viel Zucker und zu viel Fett machen bekanntlich dick.

Dicke Kinder
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Übergewicht

Die Zahl der übergewichtigen Männer (67 Prozent) und Frauen (53 Prozent) ist in den vergangenen Jahren auf einem hohen Niveau geblieben. Dagegen stieg der Anteil adipöser, also stark übergewichtiger Menschen. Der Anstieg war bei den Frauen (23 auf 24 Prozent) geringer als bei den Männern (19 auf 23 Prozent). Auch viele Kinder wiegen zu viel. Das zeigt der 12. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Jahr 2012.

Hamburger
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Fast Food

Viele junge Menschen lieben Fertigessen und Fast Food. Von den 18- bis 25-Jährigen greifen 17 Prozent mindestens dreimal pro Woche zu Tiefkühlpizza und Co. Die Anzahl der jungen Erwachsenen, die ihre Mahlzeiten fertig im Imbiss kaufen, ist überdurchschnittlich hoch. Jeder fünfte der unter 35-Jährigen gibt an, dass er ein- bis zweimal pro Woche Burger, Pommes oder Currywurst isst. Das ergab eine repräsentative Studie der Techniker Krankenkasse 2013.

Veggie-Tag in Kantinen
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Vegetarier und Veganer

Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) ging 2013 von rund 7 Millionen Vegetariern und etwa 800.000 Veganern in Deutschland aus. Das Institut für Demoskopie Allensbach bestätigt diese Entwicklung. Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch. Veganer dagegen leben gänzlich ohne tierische Produkte. Das gilt nicht nur für die Ernährung, sondern beispielsweise auch für Produkte aus Leder und Wolle.

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Fleisch

Der Fleischkonsum ist 2013 hierzulande durchschnittlich um zwei Kilogramm pro Einwohner zurückgegangen. Weltweit steigt allerdings die Nachfrage nach Fleisch. Um sie zu decken, muss die globale Fleischproduktion bis 2050 von heute 300 auf 470 Millionen Tonnen erhöht werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch lag in Deutschland im Jahr 2013 bei 60 Kilogramm. Das zeigen Zahlen aus dem Fleischatlas 2014, der jährlich vom Bund und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben wird.

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Bio-Ware

Der deutsche Bio-Markt verzeichnete 2012 ein Umsatzplus von sechs Prozent und erreichte ein Marktvolumen von 7,04 Milliarden Euro (2011: 6,64 Milliarden). Weltweit ist Deutschland nach den USA (2012: 23,8 Milliarden Euro Umsatz) der zweitgrößte Markt für Biowaren.

„Damit die mechanische Verarbeitung funktioniert, braucht man Standardisierung“, erklärt der nigerianische Pflanzengenetiker Chikelu Mba. Daher konzentriere sich der Massenanbau nur noch auf wenige Pflanzensorten. „Wenn du eine Erntemaschine in dein Feld schickst, dann willst du Pflanzen da stehen haben, die auf dieselbe Höhe wachsen, am selben Tag reif sind und so weiter. Diese Uniformität gefährdet unser Nahrungssystem, weil schon eine einzelne Krankheit alles ausrotten kann.“

Das bestätigt auch ein Papier der UN-Welternährungsorganisation (FAO) vom Juli dieses Jahres. „Das weltweite Problem mit TH4 besteht darin, dass es bisher keine wirksamen Möglichkeiten der Ausrottung gibt“, heißt es darin. Der Pilz könne Jahrzehnte in der Erde überleben.

Nach seiner ersten Entdeckung in den Neunzigerjahren in Südostasien breitete sich TR4 auch in Afrika und im Nahen Osten aus. Vernichtend wäre es, sollte der Pilz auch den weltweit größten Bananenproduzenten Indien erreichen oder das größte Exportland Ecuador.

Vielfalt statt Monokulturen
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1 Kommentar zu "Gefährdete Art: Ein Leben ohne Bananen?"

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  • In Ägypen findet man zahlreiche Bananensorten in den Märkten. Die meisten sind klein, hart und unansehnlich. Dann freut man sich wiederum auf die richtigen Dollarbananen.

    Ich gehe mit grosser Wahrscheinlichkeit davon aus, dass man neue, wiederum für uns Konsumenten attraktive Sorten finden wird.

    Genial wäre es wenn die Bananen gerader würden
    Genial wäre es wenn die Bananen weniger schnell braun werden.
    Schön wäre auch eine dünnere Schale, oder eine schalenfreie Banane.

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