Gemasolar
Strom aus dem Sonnenturm

In Spaniens sonnigem Süden ist das erste kommerzielle Solarkraftwerk mit geschmolzenem Salz als Medium in Betrieb genommen worden. Zu Einweihung war hohe Prominenz vor Ort.
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BerlinUnter Anwesenheit diverser Majestäten hat in Südspanien das Solarkraftwerk Gemasolar seinen Betrieb aufgenommen. Es ist das erste kommerzielle solare Turmkraftwerk, das Salz als Wärmeträgermedium einsetzt.

Gemasolar besteht aus 2.650 Spiegeln, Heliostate genannt, die auf einer Fläche von 185 Hektar rund um einen 140 Meter hohen Turm angeordnet sind. Die Heliostate sind beweglich gelagert und zudem mit GPS ausgestattet, damit sie stets genau nach der Sonne ausgerichtet und im Tagesverlauf nachgeführt werden können.

Die Heliostate sind auf die Spitze des Turms ausgerichtet. Sie reflektieren das Sonnenlicht und erhitzen Salz auf eine Temperatur von 500 Grad Celsius. Das geschmolzene Salz wird dann zu einem Wärmetauscher geleitet, der Wasserdampf erzeugt, der dann eine Turbine antreibt.

Das Solarkraftwerk erzeugt nicht nur Strom, wenn die Sonne scheint, sondern auch noch nach Sonnenuntergang. Gemasolar liefert bis zu 15 Stunden ohne Sonneneinstrahlung Strom. Die Anlage, die zwischen Sevilla und Córdoba in der südspanischen Region Andalusien liegt, hat eine Leistung von 19,9 Megawatt. Im Jahr soll Gemasolar laut Torresol 110 GWh erzeugen.

Die Anlage wird von Torresol Energy betrieben, einem Joint Venture der Unternehmen Sener aus Spanien und Masda aus Abu Dhabi. Beide Länder haben den Bau des Solarkraftwerks mitfinanziert. Zur Eröffnung kamen der spanische König Juan Carlos, Kronprinz Mohammed bin Sayed sowie weitere Mitglieder des Könighauses aus Abu Dhabi.

Torresol baut noch zwei weitere Solarkraftwerke, Valle 1 und 2, nahe Cádiz an der spanischen Atlantikküste. Die beide Solaranlagen sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und ab 2012 Strom liefern. Weitere Projekte sind nach Unternehmensangaben in Planung, unter anderem in Abu Dhabi und in den USA.

Kommentare zu " Gemasolar: Strom aus dem Sonnenturm"

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  • Die Verluste von elektrischem Strom in Wechselspannung in Hochspannungsleitungen belaufen sich auf maximal 5%.
    In meiner Nähe gibt es einige Kohlekraftwerke, allein eines davon stößt pro SEKUNDE 21 Tonnen CO2 aus, was nicht mehr zu verantworten ist.
    Informiere dich doch einmal über die Erderwärmung und den Anteil "konventioneller Kraftwerke" daran. Er beläuft sich auf 62%, Autos bleiben und 20% und die so sehr kritisierten Flugzeuge und Schiffe machen den Rest aus.
    Und dann kommen Vattenfall&co auch noch mit den Arbeitsplätzen und Wirtschaft.
    Was wollt ihr lieber, dass eure Kinder und deren Kinder kinder leben oder wollt ihr arbeiten?!

  • Ein kleiner Hinweis:

    Schauen sie sich die Zulassungszahlen von 1914 in den USA an. Es gab damals Elektroautos, „Dampfmobile“ etc. und Fahrzeuge die auf einen Verbrennungsmotor basierten.

    Der Verbrennungsmotor hat alle anderen Mitbewerber aber verdrängt (wirtschaftlicher).

    Die Technologie der „Solarenergie“ ist schon sehr alt und trotzdem kann sie mit den anderen Energieträgern nicht mithalten. Es wurden in der Vergangenheit enorme Geldmittel für die Forschung verwendet und man sollte auch weiter forschen.

    Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen das es auch in Ländern wie Spanien oder in Zukunft Griechenland die „Solarenergie“ eine hoch subventionierte Technologie ist. Mit den bekannten negativen Auswirkungen (Arbeitsplatzabbau in andern Sektoren einer Volkswirtschaft)

    Schauen wir doch auf unser eigenes Land mit den noch „ungünstigeren“ Sonnenstunden. Die Subventionen in diesen Bereich kosten uns Milliarden Euro und Arbeitsplätze.

    Dabei ist die Gewinnschwelle für diese Technik nicht zu sehen.

    Ein Wort noch zu Subventionen und „Internationale Zusammenarbeit“ wir subventionieren seit vielen Jahren den „Airbus“ bis zum heutigen Tag haben wir die Gewinnschwelle in diesen Unternehmen nicht erreicht. Wir wurden immer wieder auf die nächste Flugzeuggeneration vertröstet.

    Derzeit spricht man nicht mehr davon die „Gewinnschwelle“ jemals zu erreichen!


  • Pferde können niemals durch das Automobil ersetzt werden.
    Das Automobil ist schon für sich genommen zu kostspielig.
    Darüberhinaus müssten spezielle Wege für Automobile gebaut werden ...

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