Globale Bestandsaufnahme
Forscher zählen alle Bäume der Erde

Gibt es mehr Menschen oder mehr Bäume auf der Welt? So mancher mag sich das angesichts von Bevölkerungswachstum und Abholzung fragen. Forscher haben nun genau nachgerechnet und frühere Schätzungen deutlich korrigiert.

New HavenMehr als drei Billionen Bäume wachsen auf der Erde. Darauf schließen US-Forscher aus Satellitenbildern, Bestandsaufnahmen von Wäldern rund um den Globus und Computerberechnungen. Die Zahl liege damit etwa achtmal höher als bisher angenommen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature“.

Seit den Ursprüngen der menschlichen Zivilisation habe sich die Zahl der Bäume allerdings fast halbiert. Die weltweite Baumpopulation abzuschätzen, ist unter anderem für Hochrechnungen zum Klimawandel und zum Kohlenstoffkreislauf wichtig.

„Bäume gehören zu den bedeutendsten und entscheidendsten Organismen der Erde und dennoch beginnen wir gerade erst, ihre globale Ausdehnung und Verbreitung zu verstehen“, erklärt Thomas Crowther von der Yale University in New Haven (US-Staat Connecticut). Bäumer speichen große Mengen Kohlenstoff und sind essenziell für den Nährstoffkreislauf und die Wasser- und Luftqualität. Zu ihrer Zahl gab es bislang aber nur grobe Schätzungen.

Anders als andere vor ihnen nutzen die Forscher um Crowther nicht nur Sensortechniken, Satellitenaufnahmen und Fernerkundungswerkzeuge zur Vegetationsbestimmung, sondern außerdem eine Unmenge von am Boden gewonnenen Daten. Diese erlaubte es schließlich, aus der Dichte von Bäumen in den unterschiedlichen Wachstumszonen der Erde lokale und regionale Gitter zu erstellen und dann auf die Gesamtzahl der Einzelbäume zurückzuschließen.

Die höchste Baumdichte gibt es nach der aktuellen Hochrechnung in den nördlichen Wäldern der subarktischen Regionen von Russland, Skandinavien und Nordamerika. Die flächenmäßig größten Wälder bilden die Tropen, die 43 Prozent der Bäume weltweit beheimaten.

Die Ergebnisse zeigen, wie die Baumdichte von der Art des jeweiligen Waldes abhängt. Für die meisten Ökosysteme könne die Baumdichte eines Waldes mit Hilfe des Klimas vorhergesagt werden, schreiben die Forscher.

Die positiven Effekte einer feuchten Umgebung würden in vielen Regionen allerdings vom Menschen umgekehrt, da solche Flächen oft für die Landwirtschaft genutzt würden. Überhaupt stelle der Faktor Mensch den größten Einflussfaktor dar. So schrumpfe die Baumdichte, je stärker die Bevölkerung wachse. Jedes Jahr fallen demnach 15 Milliarden Bäume Abholzung, einer veränderten Landnutzung und Waldbewirtschaftung zum Opfer.

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