Globale Erwärmung: Antarktis-Schelfeis vor völligem Abbruch

Globale Erwärmung
Antarktis-Schelfeis vor völligem Abbruch

Der Klimawandel setzt dem riesigen Wilkins-Schelfeis in der Antarktis zu. Die Eisfläche, einst fast so groß wie Schleswig-Holstein, ist bereits dramatisch geschrumpft. Experten rechnen mit dem vollständigen Abbruch.
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HB WILKINS-SCHELFEIS. Das riesige Wilkins-Schelfeis in der Antarktis steht wegen der globalen Erwärmung kurz vor dem Abbruch. „Es könnte eigentlich jede Minute geschehen“, sagte der britische Forscher David Vaughan am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Eis. Die Region hatte früher eine Fläche von etwa 16 000 Quadratkilometern, was etwa der Größe Schleswig-Holsteins entspricht. Inzwischen ist sie um etwa ein Drittel geschrumpft.

Drastischer noch ist das Abschmelzen der Eiszunge, die die riesige Scholle noch festhält. War sie 1950 noch 100 Kilometer breit, hat sie inzwischen die Form einer Sanduhr, die an ihrer schmalsten Stelle nur 500 Meter misst.

„Wir sind zum Wilkins-Schelfeis gekommen, um seinen Todeskampf zu beobachten“, sagte Vaughan. In den vergangenen 50 Jahren sind neun andere Schelfeis-Flächen in der Antarktis abgebrochen oder geschrumpft. Oft geschieht dies plötzlich, wie bei Larsen A im Jahr 1995 oder Larson B 2002. Insgesamt sind 25 000 Quadratkilometer Eisfläche - etwa die Größe von Mecklenburg-Vorpommern - verloren gegangen.

Entsprechend haben sich die Umrisse des südlichsten Kontinents geändert. Dies sei eine Folge des Klimawandels, sagte Vaugan. Das Wilkins-Schelfeis ist bereits von Eisbergen umgeben, die von ihm losgebrochen sind und die Größe von Einkaufszentren haben.

Eigentlich sei schon 2008 mit dem Zusammenbruch gerechnet worden. „Wenn es im vergangenen Jahr an einem seidenen Faden hing, hängt es inzwischen an einer Faser“, erklärt Vaugan.

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