Globale Erwärmung
Klimawandel lässt Unterwasserwüsten wachsen

Lässt der Klimawandel die Ozeane veröden? Mit zunehmender Erwärmung steigt die Gefahr von drastischen Einschränkungen des Lebensraums Meer, wie eine aktuelle Untersuchung belegt.

HB DÜSSELDORF. Dem Lebensraum Meer droht als Folge des Klimawandels ein dramatischer Wandel. Nach Untersuchungen einer Forschergruppe um den Kieler Meereswissenschaftler Lothar Stramma sinkt der Sauerstoffgehalt in den Ozeanen als Folge der zunehmenden Erwärmung. Da wärmeres Wasser weniger Sauerstoff absorbieren kann als kühleres, könnten sich vor allem in den tropischen Ozeanen lebensfeindliche Unterwasserwüsten ausbreiten.

Über ihre Forschungen berichten die Wissenschaftler aktuell im Wissenschaftsmagazin „Science“. Das Team hatte für seine Studie Daten der vergangenen 50 Jahre in den tropischen Ozeanen ausgewertet sowie aktuelle Messungen durchgeführt. Dabei konnten die Forscher langfristige Veränderungen des Sauerstoffgehalts, wie sie zuvor bereits in subpolaren und subtropischen Regionen beobachtet wurden, nun auch für die sauerstoffarmen Bereiche der tropischen Ozeane nachweisen. Die Ergebnisse stimmten mit denen von Modellberechnungen überein, sagte Stramma.

Die sauerstoffarmen Unterwasserbedingungen könnten weitreichende Folgen für die Ökosysteme haben, da viele Organismen Sauerstoff zum Leben brauchen. Außerdem könnten sich biochemische Prozesse ändern, die Einfluss auf die Nährstoffverfügbarkeit haben. Eine mögliche Folge wäre die Einschränkung der Lebensraum für Fische, was auch Auswirkungen auf die Fischerei hätte, so Stramma.

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