Greifvögel im Anflug
Wieder mehr Steinadler und Bartgeier im Allgäu

In den bayerischen Alpen können wieder mehr Steinadler beobachtet werden. Deutschlands fruchtbarstes Paar hat sein Revier im Allgäu. Auch Bartgeier ziehen hier immer häufiger ihre Kreise am Himmel. Eine Wanderung.

Bad HindelangAls der Steinadler über dem Gipfel des fast 2000 Meter hohen Giebels in den Allgäuer Alpen erscheint, ist unten im Tal die Freude groß. Schnell werden Ferngläser gezückt, um den mächtigen Greifvogel beim Anflug auf seinen Horst zu beobachten. „Er hat Futter für die Jungen dabei“, ruft ein Mädchen, das den Adler durch ein großes Fernrohr im Visier hat.

Henning Werth vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) freut sich über die Begeisterung – und darüber, dass das Adlermännchen fast pünktlich zum Start der Exkursion im Hintersteiner Tal im Oberallgäu auftaucht. „Eine Garantie gibt es natürlich nicht. Aber wir haben bei unseren Steinadler-Wanderungen meistens Glück, dass sich die Vögel sehen lassen“, sagt der Gebietsbetreuer des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen.

Der Bruterfolg des Steinadlers in Bayern hat laut LBV seit Beginn eines Artenhilfsprogramms im Jahr 1997 zugenommen. Dennoch sei der Bestand noch nicht stabil. „Einzelne Reviere haben weiterhin nur einen sehr geringen Bruterfolg. So brütete zum Beispiel ein Steinadlerpaar das vorletzte Mal 1997 und das letzte Mal 2015“, sagt LBV-Artenschutzreferent Andreas von Lindeiner.

Etwa 45 Adlerreviere gibt es derzeit im bayerischen Alpenraum, elf davon liegen im Allgäu. Das Adlerpaar am Giebel ist nach Werths Angaben das fruchtbarste in Deutschland. Sechs Jungvögel hat es allein in den vergangenen zehn Jahren aufgezogen. „Wenn man bedenkt, dass das Adlerpaar nur alle zwei Jahre brütet, ist das eine hohe Quote“, sagt der Biologe aus Sonthofen.

Steinadler legen in der Regel zwei Eier. Doch meist überlebt nur das stärkere Jungtier, das von den Eltern bevorzugt versorgt wird. „Das Kleine wird nur dann gefüttert, wenn Futter übrig ist.“ Nicht selten werde das schwächere vom stärkeren Jungtier getötet. Das Adlerpaar am Giebel hat in der Vergangenheit schon fünfmal zwei Jungvögel großgezogen.

Doch nicht nur die Chance, Steinadler zu sehen, ist im Hintersteiner Tal groß. Immer häufiger ziehen dort auch Bartgeier ihre Kreise am Himmel. Für Werth eine Sensation. Schließlich galt der Greifvogel in den Alpen einst als ausgerottet.

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Artenschützer setzen auf Hilfe von Wanderern

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