Grönland
Eis schmilzt so rasant wie nie

Seit 1979 untersuchen Forscher die Eisschmelze in Grönland. Doch so schnell wie 2012 ist das Eis noch nie geschmolzen. Die Forscher rechnen damit, dass bis zum Ende des Jahres alle alten Rekorde überschritten werden.
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New YorkDie Eisschmelze in Grönland hat nach Angaben von Forschern einen neuen Rekord erreicht - und das schon vier Wochen vor dem offiziellen Ende der Tau-Saison. Schon von Juni bis zur ersten Augustwoche sei mehr Eis geschmolzen, als während der kompletten Saison 2010, wie Marco Tedesco und sein Team vom City College of New York in einer Mitteilung schreiben. Satelliten lieferten die Daten. Die Zeit der Schmelze geht offiziell von Juni bis September, wenn es wieder kälter wird.

„Da im August noch mehr kommt, wird der Gesamtwert der Schmelze alte Rekorde überschreiten“, wird Tedesco in der Mitteilung zitiert. Demnach schmolzen seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen 1979 während einer Saison noch nie solche Eismassen wie 2012. Hinzu kommt, dass sich die Schmelze offenbar immer weiter in höhere Lagen ausbreitet - dort, wo es eigentlich besonders kalt ist.

Tedesco betonte, die Veränderungen stimmten mit den Modellen zur Vorhersage in etwa überein. Überraschend sei aber die Geschwindigkeit des Schmelzens.

Die Gletscherforscherin Angelika Humbert vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven schätzt Tedesco und seine Arbeit. „Wichtig ist, dass Tedesco nicht das Meereis, sondern das Inlandeis auf dem grönländischen Festland untersucht“, sagte Humbert. Das Inlandeis hat sich über Jahrtausende durch Niederschlag entwickelt. Da es sehr lange Zeit im Winter mehr schneite als im Sommer schmolz, bildeten sich Gletscher.

Der Zeitraum der Beobachtungen - seit 1979 - sei im Verhältnis zur Erdgeschichte natürlich sehr gering. „Aber besonders während der letzten zwanzig Jahre beobachten wir immer weiter zunehmendes Schmelzen“, sagte Humbert. Sogenannte Gletschermühlen transportieren das Schmelzwasser von der Eisoberfläche an die Unterseite der Gletscher. Dort wirkt es wie eine Art Gleitmittel und beschleunigt so die Bewegung des Eises. „Dies liefert einen direkten Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels“, erklärte Humbert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Grönland: Eis schmilzt so rasant wie nie"

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  • AS1..immer wenn das Wetter ein wenig wärmer ist werden in den staatsnahen Medien Berichte veröffentlicht wie das man den wärmsten 17. August seit 30 Jahren in Kleinkleckersdorf gemessen habe.

    Der Artikel wurde übrigens vor ein paar Wochen in ähnlicher Form, Eisschmelze in Grönland, in den USA veröffentlicht. Dort war es im Juli sehr heiss.

    Ich meine schon das dieser Artikel veröffentlicht wurde um die Angst vor einer CO2 Klimahölle zu schüren. Den Begriff "Klimawandel" hat man bewusst weggelassen weil viele Mitmenschen mittlerweile allergisch auf diese Propaganda reagieren.

    Vandale

  • Hallo Sonnenschein die Menge von 32 Mrd. to CO2 hätten Sie idealerweise in ml darstellen sollen dann wirkt diese Zahl noch bedeutender.

    Grundsätzlich sind die Mengen an CO2 die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt werden ziemlich minimal verglichen mit dem natürlichen Kohlenstoffkreislauf.

    CO2 ist auch nur ein unbedeutendes Spurengas verglichen mit Wasserdampf welcher als Hauptklimagas angesehen wird.

    Es ist korrekt dass die CO2 Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe steigen. Im Durchschnitt 1,7% pro Jahr. Es ist auch gut so als hierdurch der Wohlstand der Menschheit steigt.

    Ich würde mich auch sehr über eine Klimaerwärmung freuen. Allerdings haben wir Menschen vermutlich nur sehr geringen Einfluss auf das Makroklima.

    Vandale

  • Zitat: "Damit schluss ist mit der Lüge der Klimakatastrope."

    Das stört den menschengemachten Klimawandel nicht. Der kommt auch ohne Zustimmung einer Kleinstpartei.

    Schauen Sie sich die USA an. Klimawandel hausgemacht ... nein, den gibt es nicht (so Romney).

    Dafür pfeifen denen jetzt vermehrt die Tornados, Hurrikans und Blizzards um die Ohren, aber dafür brennt die Dürre die ausgedörrten Felder nieder. Das Klima kümmert sich einfach nicht um Geschwätz. Es reagiert einfach ... z.b. auf den Ausstoss von 32.000.000.000 to CO2, die wir zusätzlich zu den natürlichen Einflüssen jährlich in die Atmosphäre blasen.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/schaetzung-co2-emissionen-auf-rekordniveau-gestiegen-11762494.html

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