Grönlands Tundra brennt
Buschbrände auf der Eisinsel

An der Westküste Grönlands stehen derzeit hunderte Hektar ehemaliger Permafrost-Landschaft in Flammen. Seit der Klimawandel den Boden auftaut, kommt es selbst auf der Eisinsel vermehrt zu Flächenbränden.
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HeidelbergLange waren Wald- und Buschbrände vor allem ein Problem in warmen Regionen der Erde, wo die Sommerhitze das Unterholz verdorren lässt – zum Beispiel auf Sizilien, wo im Juli Touristen vor den Flammen flüchten mussten. Doch seit einigen Jahren nehmen auch im kühlen Norden die Feuer deutlich zu. So brennt seit nahezu zwei Wochen in Westgrönland die größte Fläche seit Beginn der Satellitenbeobachtungen im Jahr 2000.

Betroffen sind bisher etwa 500 Hektar Grasland. Verglichen mit den tausenden Hektar, die diesen Sommer bereits im Mittelmeerraum verbrannten, eine kleine Fläche. Da man Grönland bisher zu Recht eher mit Eiskappe und Permafrost in Verbindung brachte, reicht der Brandherd allerdings aus, um Fachleute zu beunruhigen. Satellitendaten legen nämlich nahe, dass die Zahl und Fläche der Buschbrände auf Grönland seit 2014 auf ein Mehrfaches des vorherigen Durchschnitts angestiegen ist.

Fachleute vermuten dahinter mehr als nur einen zufälligen Ausschlag: Schon seit Jahren sagen Klimaforscher voraus, dass Zahl und Ausmaß der Buschbrände nördlich des Polarkreises durch den Klimawandel drastisch zunehmen. Bereits 2013 stellten Wissenschaftler fest: Jedes Jahr brennt in der Arktis doppelt so viel Wald wie noch vor 100 Jahren – und wohl mehr als jemals zuvor seit dem Beginn der Weichsel-Würm-Kaltzeit vor mehr als 100.000 Jahren.

Die konkrete Ursache des aktuellen Feuers in Grönland ist bisher unklar. Vermutlich sei ein Blitzschlag verantwortlich, zitiert New Scientist den Satellitenbeobachtungsexperten Stef Lhermitte von der Technischen Universität Delft.

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