Halbzeit bei UN-Konferenz
Zähes Ringen um den Artenschutz

Medikamente aus der Savanne, Kosmetik aus dem Regenwald – wem gehören die Gewinne aus dem Geschäft mit biologischen Rohstoffen? Eine gerechte Beteiligung der Ursprungsländer entwickelt sich zur zentralen Frage für den Artenschutz. Doch die Verhandlungen stocken.
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NAGOYA/BERLIN. Nach einer Woche zähem Ringen stagnieren die Verhandlungen über den Artenschutz auf der UN-Konferenz im japanischen Nagoya in vielen Punkten. Manche Vertreter von Umweltverbänden befürchten gar „ein zweites Kopenhagen“ – in der dänischen Hauptstadt war der jüngste Weltklimagipfel vor knapp einem Jahr spektakulär gescheitert.

Zentrales Thema in Nagoya ist das sogenannte ABS-Protokoll, das auch als Protokoll gegen Biopiraterie bezeichnet wird. Es soll den Zugang zu biologischen Wirkstoffen regeln und den Gewinn daraus gerecht zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufteilen.

„Die Fronten zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden sind verhärtet“, sagt Kathrin Blaufuss vom deutschen Naturschutzring, dem Dachverband der Natur- und Umweltverbände in Deutschland. Ein besonders strittiger Punkt sei, wie das ABS-Protokoll für Notfälle ausgelegt werden kann.

Zu solchen Notfällen gehören etwa weltweite Krankheiten wie die Vogelgrippe und die damit verbundene Suche nach den Erregern. Die Industrieländer wollen im Fall einer weltweiten Epidemie schnell an diese Erreger kommen können, um zu reagieren und Gegenmittel zu entwickeln.

Es geht aber auch um den Zugang zu allen biologischen Substanzen, wie Pflanzen im tropischen Regenwald, die sich medizinisch oder kosmetisch vermarkten lassen. Auch hier soll das ABS-Protokoll (Access and Benefit-Sharing; Aufteilung von Zugriff und Gewinn) für eine gerechte Verteilung der Gewinne aus biologischen Rohstoffen sorgen.

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  • Rückzug der industriealisierung und Globalisierung aus dem Regenwald. Rückzug der Globalisierung. Rückzug der industrie und dem ver- und Anbau der Naturflächen und der dort bereits schon seit langem lebenden Menschen und Naturvölker.

    Es gibt nur diese eine Antwort. Geht endlich weg!

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