Haustechnik
High-Tech-Bauten für ein besseres Öko-Image

Die McDonald´s Filiale in Achim ist in Deutschland einzigartig: Das Gebäude ist nahezu mit allen gängigen Technologien ausgestattet, die ressourcenschonende Haustechnik zu bieten hat. Unternehmen reduzieren mit effizienten High-Tech-Bauten nicht nur die Kosten, sondern polieren gleichzeitig ihr Öko-Image auf.
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BERLIN. Auf den ersten Blick ist alles wie immer und überall. Wer sich bei McDonald's in Achim unweit von Bremen ein Big-Mac-Menü ordert, wundert sich allenfalls über eine Anzeigentafel an der Theke, die in roten Digitalziffern darüber informiert, wie viel Solarenergie das Gebäude gerade produziert. Aufmerksame Fastfood-Liebhaber werden möglicherweise das Solardach mit bläulich-schwarz schimmernden Dünnschichtmodulen bemerken und eine solarthermische Anlage, die zusätzlich für warmes Wasser sorgt. Doch das sogenannte Energieeffizienz-Restaurant "EE-Tec" hat es in sich. Das zusammen mit Wissenschaftlern der Hochschule für Bauwesen und Wirtschaft Biberach entwickelte Gebäude ist nahezu mit allen gängigen Technologien ausgestattet, die ressourcenschonende Haustechnik zu bieten hat.

"Erdwärme, Windkraft, Photovoltaik sowie Solarthermie versorgen das Gebäude mit Wärme und Strom. Daher können wir hier komplett auf Gas verzichten", sagt Alexander Schramm, als Vorstand von McDonald's Deutschland zuständig für Bauprojekte. Besonders hebt er die Lösung zur energiesparenden Klimatisierung des Restaurants hervor, bei der die sogenannte Adiabatik eingesetzt wird. Das ist eine Verdunstungskühlung, bei der heiße Luft mit Wasser besprüht wird, was verdunstet, wodurch die Luft kälter wird.

Aber auch bei den Kühlgeräten wird auf Treibhausgase verzichtet, Sie arbeiten mit Propan als Kältemittel. Überdies wird das Restaurant sparsam über Flächenheizsysteme in Decken und Böden klimatisiert. "Durch hocheffiziente Wärmerückgewinnungssysteme kann ein großer Teil der Prozesswärme zurückgewonnen werden", unterstreicht Schramm.

Auch andere Details sollen sparen helfen, etwa die LED-Beleuchtung oder die Gewinnung von Regenwasser, mit dem Toiletten gespült und Außenanlagen bewässert werden. Selbst das Frittierfett wird wiederverwertet. Daraus wird Biodiesel gewonnen - es fließt in die Tanks der Lkws eines Zulieferers. Billig war das alles nicht. Im Vergleich zu einem üblichen Restaurant sei das McDonald's in Achim um ein Drittel - um rund 800 000 Euro - teurer gewesen, sagt Schramm. "Wir sehen das als Investition in die Zukunft", so der McDonal's-Manager. Schließlich werde eine Energieersparnis um 20 Prozent erwartet.

Das Unternehmensimage hat das Gebäude jedenfalls jetzt schon aufpoliert, wenn selbst das unabhängige Öko-Institut applaudiert. "Wir begrüßen das Energieeffizienz-Restaurant. Solche Testprojekte sind notwendig, um zu zeigen, dass erneuerbare Energien und neue Technologien im Alltag tatsächlich funktionieren", sagt Dietlinde Quack vom Forschungsbereich Produkte und Stoffströme. Matthias Schätzthauer, technischer Projektleiter von McDonald?s, erwartet, dass bestehende Restaurants zumindest mit einigen Lösungen wie der Solar-, Lüftungs- und LED-Technik nachgerüstet werden und Franchisenehmer bei Neubauten von den Einspareffekten überzeugt werden können.

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