Haustechnik

Intelligenter Boden heizt und warnt

Dieser Fußboden ist fast zu schlau, um ihn mit Füßen zu treten: Er steuert Licht und Heizung und passt nebenbei auf, ob sich ungebetene Gäste Zutritt verschaffen. All das mit einem Minimum an technischem Aufwand.
Der intelligent Fußboden soll Einbrechern das Leben schwer machen. Doch er kann noch viel mehr. Quelle: dpa

Der intelligent Fußboden soll Einbrechern das Leben schwer machen. Doch er kann noch viel mehr.

(Foto: dpa)

BerlinUrlaubszeit ist Einbruchszeit. Wenn Menschen verreisen und Wohnungen verwaist sind, steigen Einbrecher durch schlecht gesicherte Fenster und Türen ein. Für besseren Schutz könnte in Zukunft ein Bereich der Wohnung sorgen, mit dem jeder Langfinger unweigerlich in Kontakt kommen muss: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt haben einen berührungsempfindlichen Fußboden entwickelt, der wahrnimmt, wenn ein Mensch ihn betritt. Je nach Einstellung schlägt er dann Alarm – oder sorgt für einen ressourcenschonenderen Einsatz von Licht- oder Heizungstechnik.

CapFloor heißt das System, das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Die Basis des berührungsempfindlichen Bodens ist ein Gitter aus einfachen Drähten, das unter dem Parkett oder Teppich montiert wird. Die Drähte werden von einem sehr schwachen elektrischen Feld umgeben. Bewegt ein Mensch seinen Fuß hindurch, ändert sich das elektrische Feld in diesem Bereich.

Die größten Stromfresser im Haushalt
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Platz 10: Spülen

Mit 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch landet das Geschirrspülen auf Platz 10. Laut einer Studie der Universität Bonn ist das Spülen in der Maschine übrigens günstiger: Hier werden sowohl weniger Wasser als auch weniger Energie verbraucht, als beim Spülen von Hand. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maschine nur voll beladen eingeschaltet wird.

Bei allen Punkten gilt: Es handelt sich um Durchschnittswerte. Je nach eingesetzter Technologie, Handhabung, Haushaltsgröße und -zusammensetzung kann der Stromverbrauch im individuellen zu Hause erheblich abweichen.

Datengrundlage: Energieagentur NRW: „Wo im Haushalt bleibt der Strom?“; in der Studie wurde 2011 unter anderem der Stromverbrauch von Ein- bis Sechs-Personen-Haushalten untersucht.

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Platz 9: Umwälzpumpe

Die elektrisch betriebene Umwälzpumpe der Heizungsanlage landet mit 6,0 Prozent Anteil am Stromverbrauch auf Platz neun. Sie transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern in der Wohnung. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Ersatz einer alten Pumpe durch eine moderne, energieeffiziente Pumpe schnell; demnach lassen sich so 100 bis 130 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen.

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Platz 8: Trocknen

Beim Trocknen der Wäsche wird das Wasser aus dem Waschvorgang wieder entfernt - das können Sonne und Wind kostenfrei für uns erledigen, oder eben der elektrische Wäschetrockner. Das Gerät ist allerdings ein wahrer Stromfresser: 6,6 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Durchschnitt auf das Trocknen.

Soll ein Trockner zum Einsatz kommen, ist ein Gerät mit Wärmepumpentechnologie besonders Umwelt- und Geldbeutelschonend im Einsatz, die Anschaffungskosten sind allerdings recht hoch. Es gibt auch Trockner, die mit Gas betrieben werden.

Beim maschinellen Trocknen gilt: Das Gerät sollte nur gut befüllt zum Einsatz kommen und die Wäsche sollte so gut wie möglich vorgetrocknet werden, sprich zuvor in der Waschmaschine oder Wäscheschleuder mit möglichst hoher Schleuderdrehzahl entwässert worden sein. Als Kompromiss kann man auch die Wäsche im Trockner leicht vortrocknen und dann auf der Leine zu Ende trocknen lassen.

Auch ein kleiner Ventilator, der vor dem Wäscheständer aufgestellt wird, leistet gute Dienste: Er verbraucht wesentlich weniger Strom, macht die Wäsche aber ebenfalls weich und beschleunigt den Abtransport der Feuchtigkeit durch die permanente Bewegung der vorbeistreichenden Luft.

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Platz 7: Elektro-Kleingeräte

Elektrische Kleingeräte, etwa Staubsauger, machen zusammen im Durchschnitt 7,7 Prozent des Haushalts-Stromverbrauchs aus. Bei Staubsaugern gilt: Eine hohe Leistungsaufnahme entspricht nicht einer hohen Saugleistung. Bei der Wahl sollte man also nicht den Sauger mit der höchsten Watt-Zahl auf dem Typenschild wählen, sondern sich über Testergebnisse der tatsächlichen Saugleistung schlau machen.

Bei diversen Elektro-Kleingeräten, wie elektrischen Dosenöffnern oder Messern, kann man den Einsatz durchaus hinterfragen. In anderen Fällen kann ihr Einsatz sogar Energie einsparen, denn ein Brötchen lässt sich auf dem Toaster stromsparender aufbacken als im Backofen, ein Liter Wasser für Tee oder zum Nudeln kochen ist im Wasserkocher schneller und effizienter aufbereitet als auf dem Elektroherd.

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Platz 6: Kochen

Mit 9,0 Prozent des Stromverbrauchs schlägt das Kochen zu Buche. Je nach eingesetzter Technologie kann der Anteil natürlich auch hier erheblich schwanken, so verbrauchen Omas gute alte Massekochplatten erheblich mehr Strom, als ein modernes Cerankochfeld oder gar ein Induktionskochfeld. Übrigens: Der Topf sollte, im Gegensatz zur Abbildung, immer möglichst genau auf die Herdplatte passen, um Energieverschwendung zu vermeiden. Und ohne Deckel auf dem Topf verbraucht man gleich das Dreifache an Energie.

Damit man den Deckel während des Kochvorgangs nicht häufig abheben muss, um den Kochvorgang zu beurteilen, ist ein Glasdeckel praktisch. Mit ein wenig Übung kann die Energiezufuhr auch schon vor dem Ende der Garzeit erheblich reduziert oder ganz abgeschaltet werden. Nudeln müssen nicht bis zum Erreichen des Garpunkts in kochendem Wasser schwimmen, Reis kann auch auf der abgeschalteten Herdplatte oder in eine dicke Decke gewickelt ausquellen. Grundsätzlich sollte immer so wenig Wasser wie möglich erhitzt werden.

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Platz 5: Beleuchtung

Ein immer seltener werdender Anblick: die Glühlampe. Nicht ohne Grund werden sie in der EU per Gesetz verbannt, denn sie wandeln gerade einmal fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht um – der Rest geht als Wärme verloren. Effizienter sind Energiesparlampen und Licht emittierende Dioden, die sogenannten LEDs.

9,7 Prozent des Stromverbrauchs im Durchschnittshaushalt entfallen auf den Posten Beleuchtung. Hier lautet die Devise: Abschalten, wenn man nicht im Raum ist, und die verschwenderischen Glühlampen durch neue Technologien ersetzen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, sie halten aber auch wesentlich länger und rechnen sich durch den geringeren Stromverbrauch.

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Platz 4: Kühlen

Mit 10,4 Prozent Anteil am Stromverbrauch ist der Kühlschrank der viertgrößte Stromfresser im Haushalt. Lebensmittel müssen gekühlt werden, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Die niedrigen Temperaturen bremsen das Wachstum von Bakterien und Pilzen, die Schuld am Verderb sind. Je niedriger die Temperatur eingestellt wird, desto höher wird aber auch der Stromverbrauch. Experten empfehlen eine Temperatur von sieben Grad Celsius.

Beim Befüllen des Kühlschranks sollte darauf geachtet werden, niemals heiße Speisen einzustellen – das jagt den Stromverbrauch in die Höhe. Lässt man Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen, senkt das den Verbrauch. Die Tür sollte natürlich gut schließen und so selten und kurz wie möglich geöffnet werden, damit möglichst wenig warme Luft eindringt, die dann energieintensiv heruntergekühlt werden muss.

Außerdem sollte man darauf achten, den Kühlschrank nicht unnötig Wärmequellen auszusetzen, ihn also wenn möglich nicht neben dem Herd aufzustellen und ihn vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.

Für die Gesundheit ist dies risikolos: Während zum Beispiel Touchpads in Laptops mit Spannungen von bis zu 20 Volt arbeiten, nutzt CapFloor lediglich etwa eineinhalb Volt. Das System meldet eine Bewegung – beispielsweise beim Einbruch, wenn das Haus verlassen und verschlossen ist. Ganz gleich über welchen Weg ein Dieb in ein unbewohntes Haus einsteigt – sobald er den Boden berührt, gibt es Alarm. Je nach Wunsch des Besitzers kann das System dann über die Haustechnik eine Sirene auslösen oder eine Warnmeldung an ein Smartphone oder einen Sicherheitsdienst absetzen.

Die Entwicklung des Fraunhofer IGD eignet sich aber auch für andere Anwendungen. „Zunächst wollten wir erkennen, ob ein Mensch gestürzt ist“, sagt IGD-Forscher Reiner Wichert, unter dessen Leitung die intelligente Trittfläche entwickelt wurde. „Doch uns wurde schnell klar, dass ein solches System mehr kann.“

So lässt sich die Technologie einfach im bestehenden Schaltschrank mit der Gebäudetechnik verbinden, etwa mit der Licht- oder Heizungssteuerung. Betritt eine Person einen Raum, geht das Licht von alleine an. Verlässt sie das Zimmer, wird das Licht gelöscht. Zudem fährt automatisch die Raumheizung herunter, wenn sich länger niemand im Raum aufhält.

Weitere Funktionen sind Warnmeldungen per SMS: zum Beispiel, wenn Kleinkinder nachts das Bett verlassen oder wenn sich im Haus länger nichts mehr bewegt hat und der Herd trotzdem noch eingeschaltet ist.

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