Haustechnik
Intelligenter Boden heizt und warnt

Dieser Fußboden ist fast zu schlau, um ihn mit Füßen zu treten: Er steuert Licht und Heizung und passt nebenbei auf, ob sich ungebetene Gäste Zutritt verschaffen. All das mit einem Minimum an technischem Aufwand.

BerlinUrlaubszeit ist Einbruchszeit. Wenn Menschen verreisen und Wohnungen verwaist sind, steigen Einbrecher durch schlecht gesicherte Fenster und Türen ein. Für besseren Schutz könnte in Zukunft ein Bereich der Wohnung sorgen, mit dem jeder Langfinger unweigerlich in Kontakt kommen muss: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt haben einen berührungsempfindlichen Fußboden entwickelt, der wahrnimmt, wenn ein Mensch ihn betritt. Je nach Einstellung schlägt er dann Alarm – oder sorgt für einen ressourcenschonenderen Einsatz von Licht- oder Heizungstechnik.

CapFloor heißt das System, das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Die Basis des berührungsempfindlichen Bodens ist ein Gitter aus einfachen Drähten, das unter dem Parkett oder Teppich montiert wird. Die Drähte werden von einem sehr schwachen elektrischen Feld umgeben. Bewegt ein Mensch seinen Fuß hindurch, ändert sich das elektrische Feld in diesem Bereich.

Für die Gesundheit ist dies risikolos: Während zum Beispiel Touchpads in Laptops mit Spannungen von bis zu 20 Volt arbeiten, nutzt CapFloor lediglich etwa eineinhalb Volt. Das System meldet eine Bewegung – beispielsweise beim Einbruch, wenn das Haus verlassen und verschlossen ist. Ganz gleich über welchen Weg ein Dieb in ein unbewohntes Haus einsteigt – sobald er den Boden berührt, gibt es Alarm. Je nach Wunsch des Besitzers kann das System dann über die Haustechnik eine Sirene auslösen oder eine Warnmeldung an ein Smartphone oder einen Sicherheitsdienst absetzen.

Die Entwicklung des Fraunhofer IGD eignet sich aber auch für andere Anwendungen. „Zunächst wollten wir erkennen, ob ein Mensch gestürzt ist“, sagt IGD-Forscher Reiner Wichert, unter dessen Leitung die intelligente Trittfläche entwickelt wurde. „Doch uns wurde schnell klar, dass ein solches System mehr kann.“

So lässt sich die Technologie einfach im bestehenden Schaltschrank mit der Gebäudetechnik verbinden, etwa mit der Licht- oder Heizungssteuerung. Betritt eine Person einen Raum, geht das Licht von alleine an. Verlässt sie das Zimmer, wird das Licht gelöscht. Zudem fährt automatisch die Raumheizung herunter, wenn sich länger niemand im Raum aufhält.

Weitere Funktionen sind Warnmeldungen per SMS: zum Beispiel, wenn Kleinkinder nachts das Bett verlassen oder wenn sich im Haus länger nichts mehr bewegt hat und der Herd trotzdem noch eingeschaltet ist.

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