Höchste Alarmstufe
Behörden warnen vor Vulkanausbruch in Indonesien

Vulkanologen haben für den rumorenden Merapi in Indonesien nun die höchste Alarmstufe verhängt. In Indonesien haben die Behörden mit den Vorbereitungen zur Evakuierung von Dörfern rund um den Vulkan Merapi begonnen. 40 000 Indonesier sollen ihr Heim verlassen. Experten rechnen mit einer verheerenden Explosion ähnlich der von 1930.
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HB JAKARTA. Einer der gefährlichsten Vulkane der Welt, der Merapi in Indonesien, ist erwacht. Die Behörden fürchten einen verheerenden Ausbruch und haben am Montag die höchste Alarmstufe verhängt. Rund 40 000 Menschen im unmittelbaren Gefahrenkreis seien aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen, sagte ein Vertreter des Vulkaninstituts in Yogyakarta auf der Insel Java.

Der Merapi ("Feuerberg") liegt nahe der Millionenstadt in dicht besiedeltem Gebiet. An den Hängen sind bis auf fast 2000 Meter Höhe Dörfer. In der Nähe befindet sich auch die riesige Tempelanlage Borobudur, eine der Haupttouristenattraktionen auf Java.

Die seismische Aktivität am Merapi hat nach Messungen des Instituts in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen. Vom knapp 3000 Meter hohen Kraterrand fließt in südlicher und westlicher Richtung bereits ein Lavastrom rund vier Kilometer in die Tiefe. Der Vulkan dehnte sich aus, was auf eine erhebliche Gasproduktion im Innern des Kraters hindeutet.

"Wir glauben, dass der Merapi mit einer Explosion ausbrechen wird, wie 1930, und nicht nur Gas in die Luft schleudert wie 2006", sagte der Chef der Behörde für Vulkan- und Geologiekatastrophen, Surono, der Zeitung "Jakarta Globe".

Der Vulkan war zuletzt 2006 aktiv. Damals kamen zwei Menschen ums Leben. 1994 starben 66 Menschen bei einem Ausbruch. Die verheerendste Eruption der jüngeren Geschichte passierte 1930: Damals kamen 1370 Menschen um.

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