Hudson Tunnel
Ein Mega-Tunnel für New York

In New York ist der Startschuss für das größte Verkehrsprojekt der USA gefallen: Ein Tunnel unter dem Hudson soll Manhattan mit New Jersey verbinden. Zehntausende Zugpendler werden die neue Verbindung nach Fertigstellung nutzen und so New Yorks Straßen entlasten. Doch das Projekt hat nicht nur Befürworter.

HB DÜSSELDORF. Startschuss für das größte Verkehrsprojekt der USA: Am Montag begannen in North Bergen (US-Bundesstaat New Jersey) die Bauarbeiten für einen neuen Bahntunnel unter dem Hudson nach Manhattan. Der 14 Kilometer lange Tunnel soll in acht Jahren zwei weitere Bahnlinien in dem Ballungsraum aufnehmen können. Damit würde sich die Fahrzeit für Pendler zwischen dem Staat New Jersey und der Stadt New York um durchschnittlich 40 Minuten verkürzen.

Bisher steht Zugpendlern nach Manhattan nur ein Tunnel aus dem Jahr 1910 zur Verfügung. Die Anlage ist aber längst an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt: In Stoßzeiten passieren pro Stunde mehr als 20 Züge mit insgesamt 46 000 Menschen die Tunnelröhre. Durch den neuen Doppeltunnel, für den eine Bauzeit von acht Jahren veranschlagt wurde, soll sich diese Zahl verdoppeln.

Die Planungen sehen vor, den Tunnel durch die Hudson Palisades – eine Felsformation entlang des Hudson-Westufers – unter dem Fluss hindurch in den felsigen Untergrund von Manhattan zu führen, wo die Tunnelröhre in einem unterirdischen Bahnhof tief unter der 34. Straße mündet. 8,7 Mrd. Dollar wird der Bau nach heutigem Stand kosten – mehr als doppelt soviel wie ursprünglich geplant. Die Bauherren hoffen, mindestens drei Milliarden Dollar an Fördergeldern der US-Regierung zu erhalten. Bislang sind 130 Millionen aus dem Konjunkturprogramm, das Präsident Obama im Februar unterzeichnete, zugesagt.

Beim ersten Spatenstich am Montag war die enorme Kostensteigerung kein Thema. Stattdessen sprach New Jerseys Gouverneur Jon Corzine lieber über 6 000 neue Stellen im Bausektor, die durch den Tunnelbau erwartet werden, sowie über 40 000 Arbeitsplätze, die der Tunnel nach Fertigstellung bieten soll. Auch die Umweltpolitik kam nicht zu kurz: Der Tunnel habe „enorme Bedeutung“ für den Umweltschutz, weil er tausende von Autos von den Straßen holen werde, zitiert die „New York Times“ den Gouverneur, der als einer der eifrigsten Betreiber des Tunnelbaus gilt.

Kritiker des Megaprojekts verweisen allerdings darauf, dass durch die Bauarbeiten auch Naturflächen wie Wälder oder Sumpfland in großem Umfang zerstört werden. Zudem fürchten einige Experten um die Sicherheit der Passagiere in dem geplanten Tiefbahnhof unter der 34. Straße. Die Doppelgeschoss-Anlage 60 Meter unter der Erde sei im Notfall schwer zu evakuieren und könnte bei einem Brand zu einer tödlichen Falle werden. Ob solche Bedenken im Verlauf des Projekts noch ausgeräumt werden können, bleibt abzuwarten.

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