Hybrid-Busse
Überzeugend auf ganzer Linie

Diesel-elektrische Hybridantriebe bieten besonders bei Stadtbussen ein großes Sparpotenzial. Durch diese Mischform schonen die Fahrzeuge nicht nur die Umwelt, sie reduzieren auch noch laufende Kosten. In Dresden haben die Busse bereits Premiere gefeiert – eine Erfolgsgeschichte, die fortgesetzt werden soll.

DÜSSELDORF. Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs kommt quietschgelb daher. Der auffällig lackierte Bus der polnischen Marke Solaris ist seit März in Dresden unterwegs. Das Besondere des neuen Fahrzeugs Typ Urbino 18 ist der Elektro-Diesel-Hybrid-Antrieb. Zunächst für ein Jahr wird er im Linienbetrieb getestet.

Hybrid-PKWs sind zwar en vogue – ganz besonders sparen lässt sich jedoch mit städtischen Bussen. Doch das umweltfreundliche Nahverkehrsgefährt kommt nur langsam ins Rollen. So kurvt in London testweise auf der Linie 141 ein typisch roter Doppeldecker mit Doppelherz. Unlängst haben die Leipziger Verkehrsbetriebe immerhin erklärt, dass sie bis 2012 knapp ein Drittel ihrer Busflotte auf Hybrid-Antrieb umstellen wollen.

Dafür wird es auch höchste Zeit. „Ihre größten Vorteile erzielen Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb beim Einsatz auf Kurzstrecken oder bei gemischtem Einsatz auf innerstädtischem Gebiet und im nahen Überlandverkehr“, sagt Raimund Grammer, Sprecher der Daimler- Nutzfahrzeugsparte. „Der für Innenstadtstrecken typische ständige Wechsel zwischen Beschleunigen und Bremsen schafft eine ideale Voraussetzung für die Rückgewinnung von Bremsenergie.“ Außerdem profitieren Stadtbewohner davon, dass weniger Abgase und Lärm entstehen.

Laut Grammer sinkt der Kraftstoffverbrauch im Kurzstreckenbetrieb um 20 bis 30 Prozent. Im Einzelfall seien sogar 40 Prozent drin. Ein weiterer, vor allem für Linienbusse, nicht unwesentlicher Vorteil: „Erfolgt der Antrieb über elektrische Radnaben-Motoren, entfällt das Differenzial an der Hinterachse, und der Innenraum ist im hinteren Bereich weitgehend frei gestaltbar.“

Dass diese Vorteile in der Praxis kaum genutzt werden, liegt laut Grammer auch am satten Aufpreis für die Hybrid-Technik – zumal viele Nahverkehrsbetreiber chronisch klamm sind. „Ein Hybrid-Bus ist grundsätzlich ein Drittel teurer als die konventionelle Variante.“ Bei dem US-Ableger von Daimler Orion sind das rund 16 0000 Dollar Aufpreis. Gleichwohl ist das Modell Orion VII Hybrid in Nordamerika fast schon ein Renner: Kürzlich hat New York 325 Busse geordert – der Subventionspolitik sei Dank. Viele Hybride sind bereits im normalen Linienbetrieb der Metropole unterwegs. Insgesamt hat der Konzern in den USA rund 14 000 Hybrid-Busse verkauft. Hinzu kommen die Fahrzeuge des japanischen Konzern-Ablegers Mitsubishi Fuso. Die Busse arbeiten jeweils mit einem seriellen Hybrid-Antrieb. Ein quer im Heck eingebauter Dieselmotor mit 241 PS treibt einen Generator an. Dieser wiederum versorgt zwei elektrische Fahrmotoren mit zusammen 182 PS. Wegen der Niederflur-Konstruktion sind die Lithium-Ionen-Batterien – wie üblich – auf dem Dach untergebracht.

Nach den Erfolgen in Amerika nimmt jetzt Daimler den europäischen Markt ins Visier. Noch in diesem Jahr wird ein Prototyp des Stadtlinienbusses Citaro vorgestellt, der 2009 in Serie gehen soll. Grammer sieht ihn als Zwischenschritt auf dem Weg zum Brennstoffzellen-Bus: „Prinzipiell müsste nur der Dieselmotor durch Brennstoffzellen ersetzt werden.“

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