Hybridauto
Der Porsche unter den sparsamen Fahrzeugantrieben

Das Auto der Zukunft hat einen Hybridantrieb und schöpft seine Kraft aus einer Lithium-Ionen-Batterie. Letztere gilt unter Experten als die Wunderwaffe für verbrauchsarme Fahrzeugantriebe. Jetzt steht die Technologie vor der Marktreife.
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Der neue Lexus LS 600h ist eine imposante Erscheinung. Mit mehr als fünf Meter Länge spielt das Luxusauto aus Japan in einer Liga mit der S-Klasse von Mercedes oder dem 7er-BMW. Einzigartig macht den Top-Wagen aus dem Toyota-Konzern sein Antriebskonzept: Der Lexus fährt mit der Kraft von zwei Herzen. Unter der Motorhaube des derzeit stärksten Hybridautos mobilisieren ein Achtzylinder-Benziner und ein Elektromotor gemeinsam bis zu 435 Pferdestärken. Das Ergebnis sind nicht nur eindrucksvolle Beschleunigungswerte für ein Auto von über 2,2 Tonnen Gewicht, sondern auch ein Kraftstoffverbrauch von - nach Werksangaben - im Schnitt nur 9,3 Litern. Ein vergleichbarer Mercedes mit konventionellem Antrieb schluckt immerhin rund fünf Liter mehr.

Der niedrige Verbrauch ist das Ergebnis eines ausgeklügelten Energiemanagements: Wenn seine Kraft nicht benötigt wird, beispielsweise im Stau oder vor einer Ampel, stellt der Achtzylinder seine Tätigkeit ein und überlässt das Feld dem Elektromotor. Theoretisch kann der Lexus auf diese Weise Entfernungen von bis zu sechs Kilometern völlig emissionsfrei zurücklegen und dabei eine Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometer erreichen. In der Praxis aber muss der Verbrennungsmotor meist schon nach etwa drei Kilometer Fahrstrecke einspringen - weil die zahlreichen elektrischen Verbraucher an Bord den Akkumulator leergesaugt haben, der dem Elektromotor den Antriebsstrom liefert.

Dabei ist der wiederaufladbare Nickel-Metall-Hydrid-Akku im Kofferraum des Lexus, entwickelt und gebaut im Joint Venture Panasonic EV Energy von Toyota und Matsushita, der modernste und mit einer Spannung von 288 Volt auch leistungsstärkste seiner Art. Doch mehr als fünf Kilometer sind auch damit im Stadtverkehr nicht drin. Der Grund: Um den rund 3 000 Euro teuren und über 60 Kilogramm schweren Akku im Kofferraum nicht übermäßig zu belasten und dadurch vorzeitig zum Sondermüll werden zu lassen, werden nur etwa 30 Prozent des Speichervolumens genutzt - "der Rest wird nutzlos spazierengefahren", erläutert Ex-BMW-Technikvorstand Burkhard Göschel. Der Ingenieur und Experte für Energiemanagement berät heute zwei Hersteller von Speichersystemen in Deutschland und den USA.

Abhilfe verheißt ein Energiespeicher, der sich schon in Mobiltelefonen, Elektrowerkzeugen und Laptops bewährt hat und der nun auch den Aktionsradius und die Wirtschaftlichkeit von Autos verbessern soll: Lithium-Ionen-Batterien gelten unter Experten als die Wunderwaffe für verbrauchsarme Fahrzeugantriebe der Zukunft. "Wenn man das Hybridsystem energetisch ausreizen will, braucht man neue Hochleistungsbatterien. Und zu Lithium-Ionen-Akkus gibt es da derzeit keine Alternative", sagt Martin Winter, Professor am Institut für Chemische Technologie Anorganischer Stoffe der Technischen Universität Graz und derzeit einer der profiliertesten Experten für diese Schlüsseltechnologie in Europa.

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