Ines
Was hinter der Katastrophen-Skala steckt

Japan sieht die eigene Reaktorkatastrophe auf einer Stufe mit der von Tschernobyl. Wie die Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse funktioniert und was Fukushima von Tschernobyl noch unterscheidet.
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DüsseldorfDie japanische Regierung schätzt das Ausmaß der Reaktorkatastrophe von Fukushima I als katastrophalen Unfall ein – Stufe sieben und damit die höchste der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (Ines). Bisher war nur der Reaktorunfall von Tschernobyl in diese höchstmögliche Katastrophenstufe klassifiziert worden. Der bekannte Störfall von 1979 im US-Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg beispielsweise gilt nur als ernster Unfall der Stufe fünf.

Ein mit Stufe sieben eingeordneter Vorfall bezeichnet einen katastrophalen Unfall mit dem Austritt großer Mengen Radioaktivität und schwersten Auswirkungen auf Menschen und Umwelt.

Ines soll Störfälle in nuklearen Anlagen – vor allem in Kernkraftwerken – nach international festgelegten Kriterien bewerten. Dafür werden sie nach der Schwere des Unfalls in einem achtstufigen Schema bewertet, vom Ereignis ohne oder mit nur geringer sicherheitstechnischen Bedeutung (Stufe null) bis zum katastrophalen Unfall (Stufe sieben). Die Skala wurde 1990 eingeführt und später um die Stufe null ergänzt.

Die Skala ist dabei vor allem als transparentes Werkzeug gedacht, um die Öffentlichkeit in mit einem einfach fassbaren System über die Schwere eines Nuklearunfalls zu informieren. „So wie Informationen über Erdbeben oder Temperaturen ohne Richter- beziehungsweise Celsius-Skala schwer zu verstehen wären, erklärt die Ines die Schwere eines nuklearen Ereignisses“, heißt es in einer Informationsbroschüre, die gemeinsam von der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) und der Atomenergie-Behörde der OECD herausgegeben wurde.

Stufe eins bis drei werden von den beiden Organisationen als Störfälle, Stufe vier bis sieben als Unfälle bezeichnet. Ereignisse ohne Sicherheitsrelevanz klassifizieren IAEA und OECD als Stufe null und damit lediglich als „Abweichung“. Die beiden Organisationen unterscheiden dabei nach drei Bereiche für die Auswirkungen eines nuklearen Ereignisses: Die Auswirkungen für Menschen und Umwelt,  Auswirkungen innerhalb einer Nuklearanlage und Störfälle, bei denen Maßnahmen versagen, die Unfälle verhindern sollen.

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