Innovativer Tanker
Spritsparen auf hoher See

Am Samstag wird nach feierlicher Schiffstaufe der bislang größte Doppelhüllentanker der Lindenau-Werft in Kiel vom Stapel laufen. Die "Seychelles Prelude" ist ein High-Tech-Produkt mit zum Teil weltweit einzigartigen Innovationen an Bord - und einem geringeren Dieseldurst. Der Tanker ist ein Beispiel dafür, wie sich deutsche Schiffbauer gegen die preiswerte Konkurrenz aus Fernost behaupten können.

KIEL. Die "Seychelles Prelude" ist für den sicheren Transport von Chemikalien, Öl und Ölprodukten konzipiert. Der fast 190 Meter lange Schiffskörper mit einer Ladekapazität von gut 45 000 Tonnen in über 50 000 Kubikmetern-großen Tanks wird am späten Samstagvormittag von dem Schiffsbauplatz aus in die Kieler Förde rauschen. Ist das Schiff erst einmal in seinem nassen Element, dann ist ein wesentlicher Teil dessen, was den Neubau für Reeder aus aller Welt interessant macht, nicht mehr zu sehen: der neu entwickelte Bugwulst und die strömungsgünstige "Linie". Der lang gezogene Schiffsbauch bis nach Achtern soll nachhaltig den Dieseldurst verringern.

"Unsere Schiffe gehören zu den besten der Welt, was den Brennstoffbedarf betrifft," sagt Geschäftsführer Dirk Lindenau nicht ohne Stolz. Denn die äußere Form hat das, was früher, als der Diesel noch reichlich preiswert sprudelte und Klimaschutz eher ein Randthema war, nur Automobil-Konstrukteure interessierte: einen optimierten CW-Wert.

Die schnittigen Schiffsbäuche kommen aber nicht aus dem Wind-, sondern dem Wasserkanal der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA). Nach umfangreichen Computer-Berechnungen wurde in Modellversuchen im Rahmen eines umfangreichen Forschungsvorhabens alles simuliert, was einem Schiff auf hoher See zu schaffen machen kann - bis hin zu Monsterwellen und Eisgang. "Würde der Treibstoff nichts kosten, dann wären die Schiffskörper immer noch viereckig", sagt HSVA-Direktor Walter Kuehnlein. Doch bei den heutigen Preisen könnten schon fünf Prozent Widerstandsreduzierung bei einem mittelgroßen Schiff zu einer Verringerung der Treibstoffkosten um eine Million Euro pro Jahr führen.

Genau da setzt die Argumentation des Kieler Schiffbauers an. "Wir machen unseren Kunden klar, dass sie die Investition nicht nur unter dem Aspekt des Kaufpreises, sondern auch der Lebenszykluskosten sehen sollten", sagt Werftchef Lindenau. Und da könne intelligentes Design helfen, Ausgaben im täglichen Betrieb erheblich zu mindern.

Wie viel das konkret ist, wird die Bremer Reederei German Tanker Shipping, die - so Geschäftsführerin Ilse Hartmann - seit über 20 Jahren alle Schiffe in Kiel hat bauen lassen, jetzt auf der Atlantik-Route exakt ermiteln. Das Unternehmen hat mehrere moderne Lindenau-Tanker im Einsatz, das letzte Schiff wurde Ende Juli übergeben.

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