Internationale Energie Agentur
Energieagentur erwartet Billionen-Kosten in Klima-Kampf

Die Internationale Energie-Agentur hat zu einer globalen technologischen Revolution aufgerufen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Benötigt würden unter anderem Verfahren der Kohlendioxid-Speicherung und Elektroautos, vor allem aber eines: Geld.

HB TOKIO. Der Kampf gegen den Klimawandel wird Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge 45 Billionen Dollar kosten und droht den Preis für eine Tonne Kohlendioxid im Emissionshandel um das Zehnfache in die Höhe treiben.

Vier Wochen vor dem G8-Gipfel in Japan forderte die IEA am Freitag eine „Revolution der Energietechnik“, um die international postulierten Klimaziele zu erreichen. Ansonsten werden die Treibhausgase nach den Berechnungen der Experten bis Mitte des Jahrhunderts um 130 Prozent zulegen. In diesem Fall müsste sich die Welt auf verheerende Folgen des Klimawandels einstellen.

Die IEA fordert ein sofortiges politisches Handeln und einen Umbau der Energietechnik „in beispiellosem Ausmaß“, um die geplante Halbierung der Emissionen bis 2050 zu erreichen. „Wir brauchen eine weltweite Energie-Revolution, in der unsere Energieproduktion und unser Verbrauch grundlegend verändert werden“, erklärte Nobuo Tanaka, Exekutiv-Direktor der Organisation, die während der Ölkrise in den 70er Jahren gegründet wurde und ihre Mitglieder in Energiefragen berät.

Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G8) haben die IEA vor drei Jahren mit dem Bericht beauftragt. Das Gipfeltreffen vom 7. bis 9. Juli im japanischen Hokkaido soll am Wochenende von den Energieministern vorbereitet werden.

Auf der Maßnahmenliste der IEA steht unter anderem der weltweite Bau von jährlich Dutzenden Atomkraftwerken, eine systematische unterirdische Speicherung der Abgase von deutlich mehr Gas- und Kohlekraftwerken als bisher sowie eine Reduzierung des bisherigen Ausstoßes von Autos, Lastwagen, Bussen und Flugzeugen um das Achtfache.

Ohne Einschnitte würden nicht nur die Emissionen von Treibhausgasen dramatisch steigen, sondern auch die Nachfrage nach Öl um 70 Prozent zunehmen. Ein solcher Bedarf kann der IEA zufolge nicht gedeckt werden.

„Heute geht es nicht darum, dass die Ressourcen zur Neige gingen. Es ist auch nicht so, dass das Kapital knapp wäre“, sagte IEA-Chef-Volkswirt Fatih Birol dem Deutschlandfunk. „Uns läuft vielmehr die Zeit davon.“ Wie bei der Erschließung von Öl- und Gasvorkommen sei auch im Kampf gegen den Klimawandel „ein überraschend passives Verhalten von wichtigen Mitspielern“ zu beobachten, „die keine politischen Schritte einleiten, um sich diesen beiden Herausforderungen zu stellen“.

Als mögliche Folge nennt die IEA auch die Verteuerung der Verschmutzungsrechte auf einen Preis von 200 Dollar pro Tonne Kohlendioxid, „im schlimmsten Fall auf 500 Dollar je Tonne“.

Dies würde die Kosten für energieintensive Branchen und Industrien dramatisch in die Höhe treiben. Sie müssen für ihren Ausstoß inzwischen im Rahmen eines Emissionshandels bezahlen, der eine Reduzierung der Treibhausgase auch finanziell attraktiv machen soll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%