Investitionen
Grüne Technik soll Wachstum bringen

Umwelttechnik ist weiterhin ein Wachstumsmarkt. Weltweit werden 430 Milliarden Dollar aus Konjunkturprogrammen in die grüne Technik investiert. Die Extra-Ausgaben der Regierungen bescheren der Greentech-Branche insgesamt rund zehn Prozent zusätzliches Marktvolumen. Kritikern ist das immer noch zuwenig.
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DÜSSELDORF. Gutes tun für Wirtschaft und Umwelt – mit diesem Doppel-Anspruch schieben Regierungen überall auf der Welt gigantische Konjunkturprogramme an. Es gehe neben dem Konjunkturimpuls darum, „langfristig richtige Effekte hinsichtlich des Klima- und Umweltschutzes“ zu erzielen, begründete Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Bundestag die geplanten Maßnahmen, zu denen etwa auch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm zählt.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel legte im April beim G20-Gipfel in London nach. „Wir müssen die Wirtschafts- und die Klimakrise zusammen lösen.“ Die beteiligten Staaten sollten „im Schnitt mindestens 25 Prozent ihrer Konjunkturmaßnahmen in Umwelttechnologien stecken“.

Ein ambitioniertes Ziel, das nur selten erreicht wird, rechnet Torsten Henzelmann vor, Umwelttechnik-Experte der Unternehmensberatung Roland Berger: „Die weltweiten Konjunkturprogramme sehen Ausgaben von 430 Mrd. Dollar für grüne Investitionen vor – das entspricht rund 15 Prozent des Gesamtvolumens, das bei 2,8 Billionen Dollar liegt.“ Im Jahr 2007 setzte die Greentech-Branche weltweit 1 400 Mrd. Euro um, in Deutschland allein waren es fast 270 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2020 prognostizieren Fachleute – ohne Konjunkturpakete – ein jährliches Wachstum von 6,5 Prozent. Die Extra-Ausgaben der Regierungen sind über mehrere Jahre verteilt und bescheren der Greentech-Branche in dieser Zeit insgesamt nun rund zehn Prozent zusätzliches Marktvolumen. „Die Konjunkturpakete werden die Industrie sicher nicht auf den Kopf stellen“, sagt Henzelmann. „Aber sie bringen einen Stimulus.“

Die Staaten setzen allerdings bei der Greentech-Förderung eigene Schwerpunkte. Manche Länder, darunter Russland und Indien, haben keine grünen Komponenten eingebaut. Brasilien investiert zwar rund 100 Mrd. Euro in den Energiesektor. Dabei geht es allerdings nicht allein um grüne Technologien, sondern auch um klassische Infrastrukturmaßnahmen.

China will drei bis vier Prozent seines 580 Mrd. Dollar schweren Programms in die Umwelttechnik stecken. „Die Chinesen fördern Technologien, bei denen sie bereits gut sind – kleine Autos oder Solarzellen. Sie wollen aber auch Schwächen ausmerzen, etwa in der Netzinfrastruktur“, sagt Roland-Berger-Experte Henzelmann. Nach seiner Einschätzung hat China hat das „grünste“ Konjunkturprogramm der Bric-Staaten.

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