Italienische Forschergruppe
Biomüll liefert Wasserstoff

Eine italienische Forschergruppe der Universität von Cagliari hat ein Verfahren entwickelt, um aus Biomüll Wasserstoff herzustellen. Mit sogenannten „Clostridia“-Bakterien schafften es die Wissenschaftler, aus einem Kilogramm Abfall etwa 75 Liter Wasserstoff zu gewinnen.

ih DÜSSELDORF. Die Abfälle vergären unter Sauerstoffabschluss und benötigen so nur wenig Energiezufuhr, erläutert Projektleiter Aldo Muntoni. Das zusammen mit der römischen Universität La Sapienza entwickelte Verfahren sei im Vergleich zu bislang üblichen Methoden wesentlich effizienter. „Wir kommen mit 39 Grad Celsius und somit einer deutlich geringeren Betriebstemperatur aus“, sagt Muntoni.

Die Ergebnisse aus Italien könnten helfen, die Entwicklung marktfähiger Brennstoffzellen weiter voranzutreiben. In diesen Modulen kommt Wasserstoff zum Einsatz – Experten trauen der Technik ein großes Marktpotenzial zu. So könnten Brennstoffzellen eines Tages sowohl Kleinanwendungen wie MP3-Spieler als auch Flugzeuge und Autos mit Energie versorgen. Die deutsche Bundesregierung fördert die Entwicklung über das vor zwei Jahren gestartete „Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellen“ mit 500 Mill. Euro.

Die Gewinnung von Wasserstoff aus Biomüll galt bislang allerdings als eine wenig effiziente Methode. „Es gibt noch Schwierigkeiten, wirklich wirtschaftliche Verfahren zu entwickeln“, sagt Ulrich Schmidtchen, Vorstand beim Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband. Die Forschung konzentriere sich derzeit eher auf die Umwandlung von Biogas.

Wie groß die Kostenvorteile durch die Technik aus Cagliari sein werden, bleibt abzuwarten. Die Italiener bescheinigen ihrem Verfahren zumindest ein großes Potenzial. Ein Vorteil sei, dass es ohne chemische Zusätze oder Vorbehandlung der Biomasse auskomme, sagt Muntoni. Eine industrielle Nutzung bereichere die herkömmliche Verwertung von Biomasse nicht nur durch ein weiteres Element, sondern reduziere auch die durch Müll hervorgerufene Umweltbelastung. Und das ist in den Städten Italiens kein kleines Problem.

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