Japan
Uno-Naturschutzkonferenz einigt sich auf den letzten Metern

Ringen bis zur letzten Minute: Auf der Uno-Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt hat sich am letzten Verhandlungstag doch noch ein erfolgreicher Abschluss abgezeichnet. Doch die Einigung hängt am seidenen Faden.
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HB NAGOYA/BERLIN. Nach fast zwei Wochen zäher Verhandlungen einigten sich die Delegierten am Freitag im japanischen Tagungsort Nagoya grundsätzlich auf Verbesserungen für den globalen Umweltschutz. So könnte die Zielvorgabe für Naturschutzgebiete von 13 auf 17 Prozent der weltweiten Landfläche und von sechs auf zehn Prozent der Meere angehoben werden.

Zahlreiche afrikanische Länder machten ihre Zustimmung zu dem Gesamtpaket jedoch vom Erfolg des sogenannten ABS-Protokolls abhängig, mit dem wirtschaftliche Gewinne aus biologischen Rohstoffen gerecht zwischen Ursprungsländern und Nutzern dieser Rohstoffe aufgeteilt werden sollen. Der Erfolg der Konferenz hänge „am seidenen Faden“, meinte der Deutsche Naturschutzring, Dachverband der Umweltorganisationen in Deutschland.

Das ABS-Protokoll (Access and Benefit-Sharing) stand während der gesamten zwölf Verhandlungstage im Zentrum. So forderten die Entwicklungsländer eine rückwirkende Beteiligung an Gewinnen aus ihren biologischen Rohstoffen, was die meisten Industrieländer ablehnten.

Gastgeber Japan war zuletzt mit einem eigenen Protokollentwurf vorgeprescht, um ein Scheitern der Konferenz zu verhindern. Darin wurde zwar eine rückwirkende Beteiligung schließlich auch wieder gestrichen, jedoch wurde der Sicht der Entwicklungsländer mit dem Plan einer globalen Beteiligungsregelung Rechnung getragen.

Das Protokoll „ist eng mit den anderen Kernfragen verknüpft“, erläuterte Konstantin Kreiser vom Naturschutzbund (Nabu). „Die Entwicklungsländer sagen, wenn sie kein gutes Protokoll bekommen, werden sie auch nicht dem Strategieplan zustimmen“, mit dem der Verlust der Artenvielfalt bis 2020 gestoppt werden soll.

„Die Industrieländer wollen den Strategieplan unbedingt“, sagte Friedrich Wulf von Friends of the Earth Switzerland. Sie seien sich bewusst, dass eine fehlende Einigung auf das Protokoll Auswirkungen auf andere Bereiche habe. „Japan tut alles, um dieses Protokoll durchzubekommen“, sagte Wulf weiter.

Neben dem ABS-Protokoll ging es auf der Konferenz vor allem um die Finanzierung von zukünftigen Artenschutzmaßnahmen. Japan hatte am Mittwoch zusätzliche zwei Mrd. $ (etwa 1,4 Mrd. Euro) für den Artenschutz bis 2013 zugesagt.

Das nächste Treffen der 193 Vertragsstaaten der Uno-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) soll 2012 in Indien stattfinden.

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