Japanischer Unglücksreaktor
Fukushima-Region ewig unbewohnbar?

Ein japanischer Politiker warnt vor falschen Versprechungen an die Evakuierten der Region Fukushima. Es sei klar, dass einige ehemalige Bewohner niemals zurück könnten und stattdessen entschädigt werden müssten.
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TokoRund zweieinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat ein Spitzenpolitiker der japanischen Regierungspartei eingeräumt, dass nicht alle Flüchtlinge in die Region zurückkehren werden können. „Es wird die Zeit kommen, da jemand sagen muss: ,Sie können hier nicht mehr leben, aber wir werden Sie dafür entschädigen'“, sagte der Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), Shigeru Ishiba, nach einem Bericht der Zeitung „The Asahi Shimbun“ (Sonntag).

Er rief die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe somit demnach auf, davon abzurücken, allen rund 150 000 Evakuierten eine mögliche Rückkehr in ihre Häuser in Aussicht zu stellen. Vielmehr müsse die Regierung jene radioaktiv verseuchten Gebiete nennen, in die eine Heimkehr niemals möglich sein werde.

Japans Behörden versuchen, in der Region des beim Erdbeben und Tsunami 2011 beschädigten Atomkraftwerks Fukushima die Strahlenbelastung zu senken, damit die geflohenen Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können. Kritiker bezweifeln allerdings die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kein Vandale oder sonst einer der Verharmloser würde freiwillig ohne Schutzanzug potentiell verstrahlte Gegenden besuchen geschweige denn dort leben. Die Aufnahme von radioaktiven Stoffen über Luft, Wasser oder Nahrung ist viel zu wahrscheinlich und die gesundheitlichen Folgen vermutlich fatal.
    Und noch eins: In Japan liest kein Mensch die histerischen deutsche Medien. Trotzdem gelten die unsinnigen Schutzvorschriften. Trotzdem sind 150.000 Menschen evakuiert worden. Trotzdem werden diese Menschen nicht zurückkehren können. Trotzdem soll der gesamte Untergrund des Atomkraftwerks vereist werden, damit das Grundwasser nicht belastet wird - für Jahrhunderte!
    Alles das und noch viel mehr ohne den Einfluß der grünen Panikmacher aus Deutschland.
    Vielleicht gibt es ja doch einen Unterschied zwischen Schwarzwald und Fukushima?

  • Ich korrigiere..die Radioaktivität war vor 50 Jahren kurz nach dem Höhepunkt der oberirdischen Atomwaffentests siginifikant höher als heute.

    Korrekt soll dies heissen. Die Radioaktivität des Schwarzwalds ist heute so hoch wie vor der Nutzung der Kernspaltung.

    Vandale

  • Zitat: "Göbbels meinte einst, dass es egal ist, ob eine Sache stimmt oder nicht..man muss diese nur oft genug wiederholen"

    Mag sein, dass Göbbels das gesagt hat. (Mich interessieren die Aussagen ehemaliger Nazi-Granden nicht) Aber wenn er es gesagt hat, liegt er auch damit falsch.

    Eine falsche Aussage wird durch ständiges Wiederholen nicht zur Wahrheit. Im Gegenteil: Je häufiger eine falsche Aussage wiederholt wird, desto mehr Menschen erkennen, dass sie falsch ist.

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