Kalk ist unverzichtbar in der Land- und Forstwirtschaft
Aufputschmittel für Acker und Wald

Wer ernten will, muss seinen Boden kalken. Dieser Grundsatz wurde in der Land- und Fortwirtschaft vernachlässigt. Heute sind viele Böden übersäuert. Durch die Kalkung können Pflanzen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat oder Kali besser aufnehmen.

DÜSSELDORF. Wer ernten will, sollte seinen Boden kalken. Diesem Grundsatz folgten schon die Bauern im alten Rom - sie brachten kalkhaltige Materialien auf ihre Felder aus, um die Bodenstruktur zu verbessern. Allerdings geriet die Methode in Deutschland zwischenzeitlich in Vergessenheit: Der Düngekalk-Verbrauch stieg zwar zuletzt wieder an, allerdings liegt er statistisch nur auf dem Level von 1913.

Die Anzeichen für eine Vernachlässigung des Kalkens mehrten sich in den 90er-Jahren. Ein Indiz sind beispielsweise die stark abgesunkenen pH-Werte auf Grünlandflächen. Zu den Ursachen für die sauren Böden zählen atmosphärische Säureeinträge, etwa durch Schwefeloxide im Regen. In der Landwirtschaft kommt der Einsatz von Stickstoffdünger hinzu sowie das Ausscheiden von Säuren über die Pflanzenwurzeln.

"Dem kann nur durch die regelmäßige Zufuhr säurepuffernder und basisch wirksamer Stoffe entgegenwirkt werden", sagt Thomas Delschen, Experte für Bodenschutz vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW in Recklinghausen. Für die Bauern heißt das, dass sie ihre Böden mehr kalken müssen.

Dafür stehen ihnen Kalke aus natürlichem Abbau zur Verfügung: kohlensaurer Kalk, Dolomit oder nach Aufbereitung auch Branntkalk. Hinzu kommen Kalke aus der Industrie, beispielsweise Konverter- und Hüttenkalk aus der Stahlindustrie sowie Rückstandkalke aus der Trinkwasseraufbereitung. "Die erforderlichen Kalkmengen bewegen sich nach Empfehlungen der Landwirtschaftskammer im weiten Bereich zwischen 200 und 1 500 Kilogramm düngewirksamer Kalk pro Hektar und Jahr", sagt Experte Delschen .

Damit nicht jeder Landwirt nach Gutdünken seinen Boden kalkt, ist eine Bodenuntersuchung nach amtlichen Regeln die Voraussetzung. "Der Bedarf ist erheblich", sagt Joachim Pollehn, Leiter der Düngekalk-Hauptgemeinschaft in Köln. Durch die Kalkung werden Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat oder Kali für die Pflanzen besser verfügbar. Kalzium und Magnesium in der Bodenlösung wird in wasserlösliche Formen umgesetzt und dann über die Pflanzenwurzel aufgenommen.

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