Kanada
Eine schlagkräftige Allianz

In der Provinz Quebec versuchen der private und öffentliche Sektor zunehmend, die Klimaprobleme gemeinsam zu bekämpfen - eine erfolgreiche Zusammenarbeit, wie sich gezeigt hat.

Für Quebec, die größte Provinz Kanadas, sind die Folgen des Klimawandels vielfältig und die  Herausforderungen entsprechend groß: Das Hochwasserrisiko durch schwere Regenfälle ist gestiegen, Schneeverwehungen haben so zugenommen, dass sie sich kaum von den Straßen beseitigen lassen, und den Küsten und Ufern macht die Erosion zu schaffen. Darunter leidet die gesamte Gesellschaft und deshalb arbeiten zunehmend private Konzerne mit öffentlichen Diensten zusammen, um die Probleme zu lösen.

Ein Paradebeispiel für solch eine Kooperation ist Gesterra in Victoriaville. Gemeinsame Inhaber des Entsorgungs-Unternehmens sind die regionale Verwaltungsgemeinschaft (MRC) Arthabaska, ein Zusammenschluss von 23 Gemeinden der Region Centre-du-Québec, und Gaudreau Environment, ein Privatkonzern, der für die Entsorgung von Siedlungsabfällen des Gebietes verantwortlich ist.

Zehn Jahre nach der Gründung arbeitet Gesterra nun an einem zehn Millionen Dollar schwerem Expansionsprojekt um seine Kompostieranlagen in Saint-Rosaire auszubauen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Im Durchschnitt haben nur 30 Prozent der Gemeinden in Quebec Kompostsammelstellen, während die Zahl in unserer MRC 96 Prozent beträgt“, sagt André Bellavance, Bürgermeister von Victoriaville.

Gesterras Stärke ist der duale Status als privates und öffentliches Unternehmen. „Unter unseren Kunden befinden sich noch andere regionale Behörden. Wenn ich mich mit ihnen treffe, kann ich deren Probleme nachvollziehen, da wir für die Überwachung des Abfallbewirtschaftungsplans in den MRC-Gemeinden zuständig sind.  Und doch erlaubt uns unser Status als öffentlich-privates Unternehmen, Verträge direkt zu verhandeln, ohne dass wir uns dazu verpflichtet fühlen eine Angebotsausschreibung durchzuführen. Dies ermöglicht uns mehr Flexibilität und daher auch eine größere Konkurrenzfähigkeit“, erläutert Charles Lemieux, Geschäftsführer von Gesterra. Das Ziel: „Die Infrastruktur rentabel machen und ein wirtschaftliches Instrument für die Region sein“.

Das Unternehmen betreibt selbst Forschungs- und Entwicklungsarbeit um sicherzustellen, dass so wenig Abfall wie möglich vergraben wird und dem Material stattdessen eine zweite Chance zur Wiederverwertung bevorsteht. „Eines von vielen Beispielen ist die Zusammenarbeit mit unserem Zulieferer Gaudreau Environment, mit dem wir umweltfreundliche und dekorative Fliesen aus wiederverwertetem Kunststoff und Glas hergestellt haben – Beides sind Materialen, die zum heutigen Zeitpunkt in Quebec schwer zu recyceln sind“, erklärt Charles Lemieux. Dieses Forschungsprojekt hat letztlich die neue Firma Regeneration ins Leben gerufen, welche nun diese Fliesen fertigt und vermarktet.

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