Klimagipfel in Marokko
Besuch beim Musterschüler

In der kargen Gegend nahe des Städtchens Ouarzazate baut Marokko an seiner Zukunft. Das Königreich hat sich hohe Ziele bei der Energiewende gesteckt – und könnte damit Vorbild für den Kontinent werden. Ein Ortsbesuch.
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OuarzazateGeröll, wohin man blickt. Freiwillig wächst hier nichts, jedes kleinste Fleckchen Grün muss bewässert werden. In der Ferne das Atlas-Gebirge, Schnee auf den Gipfeln. Doch so karg es hier ist, so sehr eignet sich das Gebiet rund um das marokkanische Städtchen Ourzazate als Standort für die Erzeugung von Solarstrom.

An durchschnittlich 320 Tagen im Jahr Sonne, viel Licht und vor allem eine hochintensive Sonneneinstrahlung – diese Kombination macht sich Marokko gerade zu Nutzen. Das nordafrikanische Land baut hier, 130 Kilometer südlich von Marrakesch, auf einem Hochplateau zwischen den Gebirgsketten des Hohen und des Kleinen Atlas am Rande der Sahara, das größte solarthermische Kraftwerk der Welt, Noor genannt, arabisch für Licht.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht in dem 2,2 Milliarden Euro-Komplex einen „Wegweiser für die ganze Region“. Es sei „beeindruckend, was hier technologisch geschaffen wird“, sagte die Ministerin bei ihrem Besuch am Donnerstag in Ourzazate. Die Gesamtanlage, mit viel Geld aus Deutschland mitfinanziert, besteht aus den Solarthermiekraftwerken Noor I bis Noor III und einer Photovoltaikanlage Noor IV. Noor I ist seit Januar in Betrieb, Noor II und III sind in Bau, bei Noor IV wurden gerade die Verträge zur Finanzierung unterzeichnet. Deutschland ist das Engagement einiges wert: Noor I wird mit 115 Millionen Euro unterstützt; 100 Millionen davon flossen als zinsverbilligtes Darlehen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Rest als Zuschuss im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Bei Noor II bis IV ist Deutschland mit weiteren zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 714 Millionen Euro dabei.

Ein Mammutprojekt, dessen gewaltige Dimensionen schon beim Anflug auf den Flughafen Ourzazate sichtbar werden. Noor I umfasst rund 10.000 in Reihen platzierte Parabolspiegel, jeder von ihnen acht Meter lang und zwei Meter breit. Jetzt, um die Mittagszeit, sind sie geöffnet wie Blumen, doch je nach Sonnenstand verändern sie vollautomatisch ihren Stand zur Sonne.

Die Spiegel konzentrieren die gleißenden Sonnenstrahlen auf ein in der Mitte verlaufendes Rohr, in der ein synthetisches Öl erhitzt wird, das wiederum Wasserdampf erzeugt, mit dem eine Turbine zur Stromerzeugung angetrieben wird. Der Clou des solarthermischen Kraftwerks: parallel wird die tagsüber produzierte Wärme auch in einer speziellen Salzlauge gespeichert. Damit kann in den Abendstunden, wenn der Energieverbrauch in Marokko besonders hoch ist, bis zu drei Stunden Strom produziert werden.

Kommentare zu " Klimagipfel in Marokko: Besuch beim Musterschüler"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Hein Blöd meint, es sei das Geschäft Solaranlagen unterirdisch zu betreiben, denn es komme nicht auf Sonnenenergie an, sonder auf das Umleiten von Kohl-Stom
    zu Solar-Stom mit der entsprechenden staatlichen Förderung.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
    Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
    Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

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