Klimagipfel in Marrakesch
Ein Treffen am richtigen Ort

Beim Klimagipfel in Marrakesch müssen dem Pariser Abkommen Taten folgen. Der Ort für das Treffen ist gut gewählt: Afrika leidet wie keine zweiter Kontinent unter dem Klimawandel – und braucht vor allem eines: Geld.

Als der französische Außenminister Laurent Fabius im Dezember 2016 in Paris die Entscheidung über den historischen neuen Klimavertrag verkündete, fielen sich Repräsentanten der teilnehmenden Staaten in die Arme, tanzten mit ihren jubelnden Kollegen und feierten bis spät in die Nacht. Die Erleichterung war groß. Mühsam hatten sich die Teilnehmer auf das Versprechen geeinigt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Angesichts der Bedeutung dieses Abkommens erscheint der nächste Klimagipfel COP22, der vom 7. bis 16. November 2016 in Marrakesch stattfindet, fast wie eine Nebensache. Tatsächlich erwartet die Teilnehmer aber viel Arbeit. Es geht darum, den Worten Taten folgen zu lassen. Vor dem ersten Klimagipfel in Afrika seit fünf Jahren nehmen die Verhandlungspartner eine sachlich-realistische Haltung ein.

Dabei ist es speziell für Afrika so dringend wie nie zuvor zu handeln. Der Kontinent ist am schlimmsten vom Klimawandel betroffen. Bis 2020 könnten schon 75 bis 250 Millionen Menschen in Afrika unter der vom

Klimawandel bedingten Wasserknappheit leiden. Zunehmend steigt auch der Anteil der Böden, die wegen Trockenheit und Dürre unfruchtbar sind.

Während die Vertreter Afrikas den Pariser Vertrag als entscheidenden Schritt nach vorne ansahen – insbesondere aufgrund seiner internationalen Ausrichtung –, ist der Kontinent auch auf strengste Umsetzung aller Vorsätze angewiesen, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch abzuwenden. Afrikas Repräsentanten werden deshalb beim Treffen in Marrakesch den Druck auf alle anderen Länder der Welt hoch halten.

„Unser Ansatz für COP22 ist es sicherzustellen, dass der Pariser Klimavertrag, der im vergangenen Jahr unterschrieben wurde, eingehalten wird und dabei haben Afrikas Interessen höchste Priorität auf der Tagesordnung“, sagt Kwame Ababio, Programmleiter für den Bereich Klimawandel des NEPAD Programms der Afrikanischen Union. „Fragen der Anpassung, die durch die afrikanische Führung ständig angesprochen wurden, müssen auf höchster Ebene diskutiert werden.“

Insbesondere die Finanzierung der nötigen Maßnahmen, damit Afrika und andere Entwicklungsregionen sich auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten können, ist seit langem ein heikles Thema in internationalen Gesprächen. Schließlich werden riesige Summen benötigt. Frühere Zusagen von jährlich 90 Milliarden Euro ab 2020 müssen noch geklärt werden. Die OECD schätzt, dass 2013 nur 46,8 Milliarden und 2014 nur knapp 60 Milliarden Euro ausgezahlt worden sind.

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