Wärme aus Strom erzeugen
Stabilisatoren für das Netz

Industriebetriebe erzeugen zunehmend Wärme aus Strom – ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Power-to-Heat-Anlagen werden für Unternehmen immer interessanter, denn sie sparen Brennstoff und Geld.
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KölnEin riesiger Tauchsieder verwandelt Strom in heiße Luft. Das ist das Prinzip, nach dem eine Power-to-Heat-Anlage arbeitet, die gerade im Südzucker-Werk im sachsen-anhaltinischen Zeitz entsteht. Der meterhohe Kessel schaltet sich automatisch an, wenn zu viel Strom im Netz ist – und erzeugt dann Dampf für die Produktion.

Bisher sind es vor allem Stadtwerke, die auf diese Weise Wasser für Fernwärmenetze auf Temperatur bringen. Nun wird Power-to-Heat (PtH) auch für die Industrie interessanter. Denn viele Betriebe brauchen ständig Wärme. Ein Zuckerwerk erhitzt so Rüben oder kristallisiert Zucker. Die Wärme stammt aus einem Dampfkreislauf, der in der Regel mit Kohle oder Gas betrieben wird. Die fossilen Brennstoffe durch Strom zu ersetzen, ist eine Idee, die sich aktuell in der Praxis zunehmend durchsetzt.

Anlagen wie sie Südzucker gerade installiert, stehen auch bei K+S Kali in Zielitz und EEW Energy from Waste in Premnitz. Sie alle hat die Firma Enerstorage aus München installiert. „In der Industrie verlässt Power-to-Heat gerade die Nische“, sagt Philip Mayrhofer, Co-Geschäftsführer und Mitgründer des Unternehmens. Es gilt als Pionier für diese Technik in der Industrie. „Die Anlagen liefern günstigen Dampf für die Betriebe und helfen dabei, dass die Energiewende gelingt“, sagt Mayrhofer.

Im Grunde macht die Energiewende den Betrieb von Power-to-Heat-Anlagen erst möglich. Denn seitdem ein nennenswerter Anteil des Stroms aus Windkraft und Solarzellen stammt, ist nicht mehr so leicht abzuschätzen, wann wie viel davon verfügbar sein wird. Die Netzbetreiber müssen sicherstellen, dass erzeugte und entnommene Leistung im Gleichgewicht sind.

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